Samstag, 31. März 2012

1.Tag

Heute schreibe ich ein paar Zeilen über meinen 1. Tag in Schottland:

Nach einer etwas unruhigen Nacht bin ich gestern von ein paar kleinen Sonnenstrahlen, die sich ihren Weg vorbei an den Rändern der Vorhänge gesucht haben, geweckt worden.
Das Haus war still..wahrscheinlich waren alle Studierenden in der Uni und die Vermieterin unterwegs.
Ich ging runter in den kleinen sonnendurchfluteten Wintergarten und machte mir mein Frühstück (Cornflakes, Organgen/Mangosaft, Kaffee und etwas Obst). Ich hätte auch Toast essen können, aber da es nur Käse gibt oder komische Marmelade, habe ich mich dagegen entschieden.

Nach dem Essen schnappte ich mir meinen Rucksack und machte mich auf die Suche nach einer Bushaltestelle. Diese ist zum Glück nicht weit vom Haus entfernt. Ich kaufte mir eine Tageskarte für den Bus und fuhr los in Richtung City Centre. Zu meiner Überraschung gibt es hier überwiegend Doppelstockbusse..ich habe mir natürlich gleich einen Platz oben, ganz vorne gesucht :-) Bei der Busfahrt habe ich gleich einen ersten Eindruck von der Stadt bekommen. Mit ein paar Worten: riesig, enge Straßen, viele Baustellen, niedliche Häuser, viele kleine Läden, sehr sehr viele Autos...
Nach einer halben Stunde bin ich dann einfach an einer Haltestelle ausgestiegen, an der viele Leute raus wollten ;-) Ich versuchte mich zu orientieren..entdeckte dann das Melville Monument auf dem St Andrew Square (den Namen habe ich natürlich erst dort heraus bekommen ;-)

Melville Monument
Laut meiner kleinen Marco-Polo-Karte musste ich ganz in der Nähe von der Princes Street sein. Das ist die zentrale Straße in Edinburgh, welche New Town von Old Town voneinander trennt.
Aufgrund der vielen Bauarbeiten war die Suche etwas umständlicher, aber ich habe es dann doch geschafft. Das erste Geschäft, welches ich in dieser Straße gesehen habe war H&M mit genau den gleichen Sachen im Schaufenster wie bei uns. ;-)
Auf der anderen Straßenseite habe ich dann gleich das Symbol für die Touristeninformation gesehen. Nix wie hin ;-) Dort sammelte ich ein paar Prospekte mit Stadtplänen und Veranstaltungen.

Ein großes Monument auf der gleichen Straßenseite hatte schon die ganze Zeit meine Aufmerksamkeit erregt. Dank Stadtplan wusste ich jetzt, dass es das Scott Monument im East Princes St Gardens ist.

Scott Monument

East Princes St Gardens
Nach einem kurzen Spaziergang durch den Park, habe ich mich dann auf den Weg auf die andere Seite der Bahnschienen gemacht (welche parallel zum Park verlaufen).
Dort habe ich mir dann eine Bushaltestelle gesucht und ewig auf einen Bus gewartet, welcher durch den Stau auf den Straßen auch viel länger als angegeben brauchte. Das machte mir aber kaum was aus, denn in einem Schaufenster hinter der Haltestelle habe ich mein Traumhochzeitskleid gefunden ;-) So wie es von der Sonne in der sonst dunklen Straße angeleuchtet wurde, konnte es nur ein Zeichen sein ;-)

Mein Traumkleid :-)
Mit dem Bus bin ich dann zum Ocean Terminal gefahren. Dort konnte man aber gar nicht so viel sehen wie erwartete: ein bisschen Nordsee und ein paar Schiffe, von denen ein Teil gerade beladen wurde.





Die meisten Leute, die zum Ocean Terminal wollten, sind gleich im großen Einkaufzentrum verschwunden. Dort habe ich dann auch mal reingeschaut, damit ich nichts verpasse ;-) Dort gibt es viele Geschäfte, vorallem für jüngere Leute (ziemlich viele ausgefallene Klamotten, aber auch teuere Markengeschäfte).
Dort habe ich dann gleich einen O2-Handyshop aufgesucht und mir eine Prepaidkarte gekauft, mit der ich günstig auch mal nach Deutschland telefonieren kann.

Dann habe ich mich auf dem Weg zu einer neuen Buslinie gemacht (damit ich auch wirklich ganz viele verschiedenen Ecken von Edinburgh sehe) und bin wieder Richtung Stadtzentrum gefahren.

Dort bin ich dann am West Princes St Gardens ausgestiegen, weil mich der Anblick so begeistert hat.
Von der Straße aus sieht man den Park, den Friedhof und das Edinburgh Castle im Hintergrund. Das alles zusammen mit einem satten Grün der Wiesen, die leuchtenden Farben der Blumen und dem wahnsinnig intensiven Sonnenschein haben mich sofort überwältigt. Hier ein paar Eindrücke (leider nicht so aussagekräftig wie die Realität):

Friedhof neben West Princes St Gardens, Hintegrund: Edinburgh Castle

West Princes St Gardens

wahnsinnig gut duftende Blumen :-)

Nachdem ich diesen tollen Anblick in mir abgespeichert habe, machte ich mich wieder auf den Weg Richtung Bus. Diesmal habe ich einen Bus genommen, welcher als Endhaltestelle die Heriot-Watt-University hat. Dort wählte ich zufällig eine Haltestelle die genau vor dem Gebäude ist, wo ich ab Montag arbeiten werde ;-) Jetzt weiß ich schon mal wo ich hin muss. Dann bin ich noch ein bisschen in der Gegend rumgelaufen, aber irgendwie war ich ganz schön müde von diesem langen Tag und den vielen Eindrücken, so dass ich mich auf den Weg nach Hause machte.

Dort gab es dann wieder Abendbrot mit den anderen Mitbewohnern. Leider sind alle etwas still...und so verbrachten wir das Abendessen mit Schweigen. :-(
Zum Glück kam die Französin nach dem Essen zu meinem Zimmer und redete noch ein bisschen mit mir. :-)
So habe ich den Abend dann schön ausklingen lassen und ging mit Vorfreude auf den nächsten Tag ins Bettchen. :-)

Freitag, 30. März 2012

Anreise

Hallo ihr Lieben,

nun habe ich es endlich geschafft...ich bin in Edinburgh! :-)

Die Resie begann gestern 11:17Uhr auf dem Erfurter Hauptbahnhof. Dort habe ich den Zug nach Frankfurt/Airport genommen. Mit großer Kraftanstrengung habe ich es geschafft mein schweres Gepäck in mein Abteil zu bekommen...dann konnte ich erstmal 2,5h durchatmen ;-)

In Frankfurt angekommen, habe ich mich gleich auf dem Weg zur Gepäckabgabe gemacht...meine 100kg Gepäck (gefühltes Gewicht) konnte ich ja nicht ewig mit mir rumtragen.
Ich wurde aber gleich wieder weggeschickt, weil ich mir erst mein Bordkarte an einem Lufthansa-Terminal selber ausdrucken sollte. Da ich noch nie mit Lufthansa geflogen bin und mit diesen Gegebenheiten nicht vertraut war, guckte ich erstmal dumm und versuchte mein Glück an dem besagten Automaten. Natürlich hat es nicht funktioniert..selbst eine Mitarbeiterin von Lufthansa hat es nicht hinbekommen. Also machte ich mich wieder auf den Weg zur langen Gepäckabgabeschlange. Dort wurde ich aufgrund der Fülle an Leuten zum Businessschalter weggeschickt...dort bin ich dann nach ca. 3min drangekommen :-) Jetzt hieß es erstmal Luftanhalten und hoffen, dass das Gepäck wirklich nur 23kg Gewicht hat. Ich hatte Glück! :-)
Nun war mein schwerer Koffer weg und ich konnte mich auf den Weg zu Gate B machen. Da ich aber noch 3 Stunden Zeit hatte bis das Flugzeug starten sollte, schlenderte ich erstmal an den ganzen Geschäften vorbei und suchte mir dann einen schönen Sitzplatz...und irgendwie ging die Zeit dann auch schnell vorbei.

Der Flug verlief auch ganz gut und so erreichte ich ca. 18 Uhr (Ortszeit) den Flughafen in Edinburgh.


Dann wollte ich meine neue Visa-Card testen und mir meine Miete, die ich am ersten Tag zahlen sollte, abgeben. Es klappte aber nicht...ich testete alle Automaten im Flughafen und verlor schon fast die Nerven...wie soll ich denn ohne Geld überleben? Dann habe ich die Frauen am Infostand gefragt, aber die konnten mir auch nicht helfen. Im Endeffekt habe ich dann bei der Bank angerufen und die meinten, dass ich das online klären muss... naja also habe ich mir dann ein Taxi gesucht und habe mich auf dem Weg zu meiner Unterbringung gemacht. Die Vermieterin ist sehr nett und ziemlich aufgedreht. Sie hat mir mein Zimmer und die weiteren Räume innerhalb von wenigen Minuten gezeigt, so dass ich danach kaum noch wusste wo sich was befindet. Dann habe ich schnell meine Sachen ins Zimmer gebracht und dann gab es schon Abendessen (Kürbissuppe, Spaghetti Carbonara, Weintrauben, Kekse) :-) Wegen der Bezahlung war die Vermieterin zum Glück auch nicht böse.

Es sind auch noch weitere Studierende hier untergebracht: ein Ire, ein Inder und eine Französin.  Das Mädchen habe ich noch nicht kennengelernt, aber die anderen beiden scheinen ganz nett zu sein.

Durch den langen, aufregenden Tag war ich ziemlich müde und habe den Abend gemütlich in meinem Zimmer ausklingen lassen. Das Zimmer ist soweit ok, es gibt leider nur überall vertrocknete Spinnen an den Wänden und ganz viele Spinnweben an den Fenstern (obwohl noch gar kein Halloween ist :-/ ... mit der Sauberkeit haben es die Leute hier wahrscheinlich nicht so bzw. sind sie nicht so sauberkeitsfanatisch wie wir Deutschen ;-) Ich werde mich wohl dran gewöhnen müssen, aber angewöhnen werde ich mir das ganz sicher nicht! ;-)