Samstag, 30. Juni 2012

Fr, 01.06. - Di, 05.06.


Nach einer kurzen Nacht startete der Morgen mit einem schönen Frühstück :-) Endlich mal keine Cornflakes, die nach Pappe schmecken. Hach, wie ich das vermisst habe!

Den Freitag verbrachte ich mit meiner Familie. Wir haben ganz normale alltägliche Dinge unternommen, was aber auch mal wieder was Besonderes war, weil sie nicht in gleicher Weise zum alltäglichen Leben in Schottland gehören.

Nachmittags habe ich dann meine Cousine für ihren großen Tag am Samstag Probegeschminkt. Sie hat sich entschlossen mein Kleid, welches ich aus Shanghai habe, anzuziehen. Ich konnte das Kleid leider nie tragen, weil sie dort meine Maße falsch genommen haben und es deshalb nicht passte. Umso mehr freute ich mich, dass es Karolin perfekt passte und sie es auch anziehen wollte. :-)
Wir machten einen Kleidertausch, mir passte nämlich dafür ihr Kleid, was sie anfänglich anziehen wollte ;-)

Am Samstag trafen wir uns dann alle im Erfurter Dom. Karolin entschied sich, dass ich ihre Bezugsperson sein soll. Diese Person sitzt neben der/dem Jugendlichen und übergibt am Ende eine Kerze.
Die restliche Familie und Freunde von Karolin schauten aus einer anderen Reihe dem Ereignis zu.
Die Feier war sehr schön. Jede/r Jugendliche musste vor auf eine Art Bühne und musste einen Gegenstand ablegen, welches eine Begleitung in der Kindheit war. Dazu mussten sie auch alle ein paar Worte erzählen. Es war sehr schön zu sehen, was für verschiedene Gegenstände mitgebracht wurden und welche Bedeutung dahinter steckte.

Zwischendurch spielte die Orgel schöne Musik und der Chor sang ein paar Lieder. Auch einige der Teilnehmer zeigten ihr musikalisches Talent.

Karolin zu ihrer Lebenswende
 
Am Ende machten wir dann noch ein paar schöne Bilder vor dem Dom und fuhren dann gemeinsam in den Garten, wo schon die restliche Verwandtschaft wartete. Zum Glück war das Wetter wunderschön, obwohl ja eigentlich Regen angesagt war. Und so konnten wir die Sonnenstrahlen bei leckerem Kuchen genießen.
Mit einem leckeren Buffet und guter Unterhaltung ging der Tag langsam zu Ende.

Am Sonntag waren wir dann bei meinen Großeltern in Weimar zum Kuchenessen eingeladen :-) Ich liebe Kuchen und so hat sich meine Oma wieder große Mühe gemacht und ein Meisterwerk gezaubert.

 
Am Montag habe ich mich mit meinen Vater getroffen und wir haben die Erfurter Innenstadt unsicher gemacht. Neben leckerem Eis vom Schokoladenladen an der Krämerbrücke, schlenderten wir auch gemütlich durch einige Geschäfte. Nachmittags haben wir dann noch meine Großeltern im Garten besucht.

Abends habe ich dann Sandra und Daniel in ihrer ersten gemeinsamen Wohnung besucht. Diese haben sie wirklich sehr schön eingerichtet. :-) Ich freue mich jetzt schon auf viele gemeinsame Film und Spielabende ;-) Leider hatte ich nicht so viel Zeit, weil ich mich noch bei meiner Familie verabschieden wollte, denn am Dienstagmorgen musste ich schon wieder die Rückreise antreten.

Ich startete also am Dienstag 8:30Uhr mit dem Zug Richtung Frankfurt. Der ICE hatte natürlich 20min Verspätung, die er auf der weiteren Fahrt noch ausbaute. Ich war aber auf meinen Bus angewiesen, welcher mich an den Flughafen Frankfurt/Hahn bringen sollte. 2min vor Busabfahrt erreichte ich den Bahnhof. Ich rannte wie eine Verrückte los und wusste nicht mal genau, ob es die richtige Richtung war. Aber ich hatte Glück. Von Weitem erkannte ich das Busunternehmen und eine 100m lange Schlange davor. Jetzt hatte ich keine Bedenken mehr, den Bus nicht mehr zu schaffen, sondern machte mir Sorgen, ob ich überhaupt noch einen Platz bekomme…
Aber auch das klappte und so fuhr ich 1,5 Stunden zum Flughafen. Die Fahrt habe ich zum größten Teil verschlafen ;-) Ich und fahrende Verkehrsmittel enden immer mit dem gleichen Ergebnis. ;-)

In Frankfurt/Hahn angekommen wusste ich gar nicht wie ich die lange Zeit bis zum Start des Flugzeuges überbrücken sollte… der Flughafen ist ja so klein, dass man in 5min (wenn man sich Zeit lässt) durch die gesamte Halle gelaufen ist. Und ich musste fast 3 Stunden rumkriegen.

Naja, also schnappte ich mir was zum Lesen und schlenderte zum Schluss noch durch den Duty-free-Shop und so verging die Zeit dann doch irgendwie.


Und schon saß ich wieder im Flugzeug zurück nach Edinburgh. Die Tage in der Heimat vergingen viel zu schnell, aber ich hatte wieder neue Energie getankt und die Besuche bei meiner Familie und Freunden genossen. :-)

Donnerstag, 21. Juni 2012

Mo, 28.05.-Do, 31.05.


Am Montag ging es mir zum Glück besser. Scheinbar wirkten die Antibiotika-Tabletten. Die Schmerzen waren fast verschwunden, nur die Schwellung war noch zu fühlen.
Meine Blutergebnisse sollte ich ja erst am Donnerstag bekommen.

Ich arbeitete von Montag bis Mittwoch teilweise mit Maiwenn und teilweise alleine im Labor in der Royal Infirmary. Wir versuchten weiterhin die einzelnen Prozesse zu optimieren. Eigentlich waren wir mit den Ergebnissen auch zufrieden. Jetzt mussten wir nur noch auf die richtigen Blutproben warten :-)

Am Donnerstag war ich dann mal wieder in der Uni. Um 9Uhr war ich aber erst einmal beim Arzt um endlich meine Blutergebnisse zu bekommen. Die Ärztin meinte, dass nur ein Wert etwas höher ist, aber sie nicht besorgt ist. Aber sie gab mir keine Erklärung, was das ganze jetzt nun eigentlich war. Aber das es mir wieder gut ging, war mir dann auch egal.

Im Buero angekommen wurde ich gleich wieder von Iqy abgefangen. Er wollte mich gerade mit ganz vielen neuen Aufgaben vollladen, als wir alle zu einem Vortrag eingeladen wurden :-) So ein Glück aber auch ;-) 

Es waren nämlich für 2 Tage ein paar Leute von einer Universität aus Norwegen da, die mit unserer Forschungsgruppe ein paar gemeinsame Projekte starten wollten und so gab es den ganzen Tag Präsentationen über deren und unsere Forschungsscherpunkte.  Das Ganze war sehr interessant und der Tag verging wie im Flug. 

Ich machte mich schon halb fünf auf den Weg zu meiner Unterkunft, da ich an diesem Donnerstag eine ziemlich spontane Reise nach Deutschland machte :-) Meine Cousine hat nämlich am Samstag Lebenswende, eine Art Jugendweihe im Erfurter Dom und außerdem habe ich aufgrund des 60. Jährigem Jubiläum der Queen den kommenden Montag und Dienstag frei. Es lohnte sich also mal eine kurze Heimreise anzutreten.

Wie sich am Tag vorher herausstellte, hatte Carole, die Französin, das gleiche Flugzeug für ihre Rückreise nach Frankreich gebucht. Ihr Gastvater bot mir an, mich mit zum Flughafen zu nehmen :-) Da habe ich mich gefreut...den mit dem Bus braucht man nachmittags/abends ziemlich lange durch die Stadt und ein Taxi ist wahnsinnig teuer. 

Um 17Uhr in meinem Zimmer angekommen, habe ich schnell mein kleines Handgepäck zu Ende eingepackt und noch schnell eine Kleinigkeit gegessen. 18Uhr stand dann Carole und ihr Gastvater vor meiner Tür und die Fahrt zum Flughafen konnte beginnen.

Nach kurzer Zeit erreichten wir unser Ziel. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich nur ein Handgepäck und keinen Koffer zum abgeben. Das war ein ziemlich komisches Gefühl...irgendwie dachte ich die ganze Zeit, dass ich etwas vergessen hatte. Irgendwie war es an sich ein komisches Gefühl für so eine kurze Zeit zurück zu fliegen..es war nicht das Gefühl von Urlaub, eher ein bisschen wie eine Geschäftsreise, nur dass mich keine Firma, sondern  meine liebe Familie in Empfang genommen hat. ;-)

Die Zeit verging am Flughafen ziemlich schnell. Wir brachten die 2 schweren Koffer von Carole zur Abgabe und dann schlenderten wir gemütlich zur Handgepäckkontrolle. Carole hat in Edinburgh während ihres 5-monatigen Aufenthalts so viele Sachen gekauft, dass sie am Ende 6 Koffer hatte! 2 haben ihre Eltern schon mitgenommen, 2 haben wir an dem Tag dabei gehabt und 2 weitere sind weiterhin bei der Gastfamilie. Die will sie dann mal später abholen kommen ;-) Auch ein Grund, um mal wieder in Edinburgh vorbei zu schauen...

Wir gingen noch ein bisschen durch die Duty-free-Shops und nach kurzer Zeit konnten wir schon Richtung Check-In. Carole hatte ein Flugticket mit dem sie als eine der Ersten einchecken konnte. Sie stand in einer separaten Schlange an. Ich hatte Glück und war am Anfang von der langen “Normalo-Reihe”. Bei Ryanair gibt es ja keine Sitzplätze auf dem Ticket, das gilt, wer zuerst kommt malt zu erst. Carole war die Erste im Flugzeug und reservierte uns 2 Plätze nebeneinander. So konnten wir noch den ganzen Rückflug miteinander in Englisch quatschen. Sie war ziemlich traurig, wieder nach Frankreich zu müssen. Aber da ich sie die ganze Zeit ablenken konnte, war es nicht ganz so schlimm. Um 20:20 sollte die Maschine starten. Irgendwie gab es aber einen ziemlichen Stau auf der Rollbahn und so hatten wir 35min Verspätung :-( Wir hatten scheinbar aber Rückenwind und so landeten wir pünktlich, nur  mit einer Stunde Zeitverschiebung, 23:15 am Flughafen Frankfurt/Hahn.



Wieder auf deutschem Boden...und auf einmal spricht wieder jeder Deutsch...komisch ;-)

An der Zollkontrolle brauchten wir dann über 30min, da nur 2 Personen arbeiten und 2 Maschinen nacheinander gelandet sind. 2 andere Zollbeamte saßen mit dem Rücken zu den ankommenden Passagieren und schauten DVD...während der Arbeitszeit ...was sollen den da die ausländischen Leute über unsere Arbeitsmoral denken?! Schon halb im Tiefschlaf passierten wir dann doch noch endlich die Zollkontrolle.

Meine Mami und Jensi standen schon ganz gespannt hinter der Tür...endlich konnte man sich mal wieder richtig sehen und in die Arme nehmen :-) Das ist viel besser als immer nur Skypen mit schlechter Internetqualität. ;-)

Für mich war es wie ein Traum. Ich hatte ja nicht gedacht, dass ich vor Oktober wieder in Deutschland bin.
Carole wurde auch von ihrer Familie abgeholt und so machten wir uns alle auf den Rückweg nach Hause :-) 

Kurz vor halb 4 erreichten wir dann endlich unser Ziel...es gab nur noch den Weg ins Bett und ich hoffte, dass ich, wenn ich in ein paar Stunden aufwachte, wirklich in meinem Zimmer bin und alles nicht doch nur ein schöner Traum ist... :-)



Donnerstag, 14. Juni 2012

Sa, 26.05.-So, 27.05.

Und so verbrachte ich das ganze Wochenende zum größten Teil in meinem Zimmer...

Draußen war keine einzige Wolke am Himmel...alle Leute machten sich auf dem Weg zum Strand - hier geht man auch bei 20°C baden, auch wenn das Wasser viel kälter ist.

Ich schaute noch ein bisschen im Internet nach meinen Symptome…wenn schon die Ärzte keine Ahnung hatten. Nach einiger Zeit kam ich dann zu dem Entschluss, dass es ein geschwollener Lymphknoten an einer ziemlich ungünstigen Stelle sein muss. Dort ist nämlich auch der Schädelknochen und die Haut ist ziemlich dünn, so dass eine Schwellung solche Schmerzen hervorrufen kann. Ich habe bis heute keine bessere Erklärung.

Am Samstag waren dann auch noch 2 weitere Lymphknoten am Hals geschwollen, welche aber nicht wehgetan haben und wo ich auch 100% sicher bin, dass es sich um Lymphknoten handelt. Warum allerdings meine Lymphknoten geschwollen sind und warum ich mich so schlapp und krank gefühlt habe, weiß ich nicht. Vielleicht war es wirklich eine beginnende Grippe, die ich mit den Antibiotika gleich verdrängt habe?

Jedenfalls war ich ziemlich traurig, dass ich am Samstag eine Tagestour der Uni verpasst habe. :-( Wäre sicher wieder toll geworden… Aber ich hoffe, dass es nicht die letzte Reise war. Und bin deshalb zuversichtlich, dass ich zu einer anderen Zeit tolle neue Eindrücke sammeln kann.

Am Samstag ist dann ein neues Mädchen hier eingezogen. Ihr Name ist Frauke und sie ist eine deutsche Physik-Doktorandin, die bis Ende des Jahres ihre Arbeit beenden will.

Erst dachte ich…“Oh nein, eine Deutsche!! Jetzt wird nur noch Deutsch gesprochen!!“ Aber ich hatte Glück und wir sprachen gleich, ohne uns drüber einig zu werden, Englisch. :-)

An diesem Wochenende war auch ein Fest in „Juniper Green“, meinem kleinen Wohnort. Wenn ich schon keine großen Sprünge machen konnte, so wollte ich wenigstens mal kurz frische Luft schnappen. Ich ging zu dem groß angepriesenen Markt, bei dem Lebensmittel verkauft werden. Dort angekommen, überlegte ich erst einmal ob ich richtig war. Es gab 5 winzige Stände -> Wurst, Gemüse, 2xKuchen und Schokolade, Seife. Wahnsinn…das nenne ich mal einen Markt ;-)
Ich hatte nach 10sek alles gesehen und konnte meine Heimreise antreten. Da ich mich aber nicht überanstrengen wollte, war das wahrscheinlich ganz gut so.

Ich las ein bisschen in meinem Buch, bis ich dann langsam Hunger bekam.
Ich fragte Inès und Frauke, ob sie auch Hunger hätten und ob wir mal bei dem Fest gucken wollen, ob es was Schönes gibt. Inès wollte nicht, weil sie auf einmal eine Allergie gegen eine bestimmte Pollenart hat und mind. 2 Stunden bevor sie das Haus verlässt eine Creme auftragen muss…komisch, dass sie das sonst nie machen musste bzw. auch in Zukunft nicht noch mal machen musste…ich schätze also, dass es eine Ausrede war...keine Ahnung warum.
Frauke hatte jedenfalls auch Hunger und so versuchten wir unser Glück was Essbares zu finden. Aber das Fest war entweder teilweise schon vorbei, oder war so klein, dass man es gar nicht als Fest wahrnahm.
Und so landeten wir nach kurzer Zeit in einem kleinen gemütlichen Café, in dem es sowohl warme als auch kalte Speisen gab.
Wir bestellten uns einen Milchshake und ich bestellte mir eine Suppe, die wirklich sehr lecker war. Dazu gab es ein ganz leckeres geröstetes Weißbrot mit salziger Butter…mhh, wo ich ja eigentlich keine Butter esse, aber das war einfach göttlich ;-)
 Frauke und ich haben uns die ganze Zeit auf Englisch unterhalten. Es war eine gute Gelegenheit sich ein bisschen kennenzulernen, bevor jeder in seinem Zimmer verschwindet.
 Nach kurzer Zeit merkte ich aber, dass ich eigentlich krank war und dass selbst 1h in einem Café zu anstrengend ist. Und so ging es wieder zurück in mein Bettchen für einen zweistündigen Erholungsschlaf.

Und so verging langsam der Samstag…und der Sonntag begann...

Mir ging es schon etwas besser. Die Schmerzen am Kopf waren noch da, aber sie wurden weniger. Ich setzte mich fast den ganzen Tag in den kleinen Garten von meiner Unterkunft und las ein Buch. Ich wollte immerhin auch was von der Sonne haben. Nach der Antibiotika-Tablette  machte ich aber immer 1-2h Pause in meinem Zimmer, damit ich keinen Sonnenstich bekomme.

Da ich auch am nächsten Tag wieder auf Arbeit gehen wollte, musste ich noch mal schnell mit dem Bus in den 10min entfernten Supermarkt fahren, damit in den kommenden Tagen etwas zum Mittag habe. Das war aber auch die weiteste Tour an diesem Tag… ansonsten gab es nur Ingwer-Tee, Ruhe und Sonne, damit es schnell wieder aufwärts ging.

Und so verging das bis jetzt sonnigste und wärmste Wochenende ohne große Erlebnisse…
Bitte, bitte, ich möchte nochmal so ein schönes Wetter haben!!!

Sonntag, 10. Juni 2012

Mo, 21.5.-Fr, 25.5.


Der sonnige Sonntag gab einen schon einen Vorgeschmack auf die kommende Woche. Endlich hatte Edinburgh auch ein kleines bisschen von den sommerlichen Temperaturen erreicht J Mit anfangs noch sonnigen 16°C, so dass man auch mal ohne Jacke das Haus verlassen konnte, wurden es zum Wochenende hin um die 25°C…das ich das noch erleben darf ;-)

Natürlich habe ich das schöne Wetter zum größten Teil nur von innen gesehen…Arbeiten muss ja sein, ich bin hier ja nicht im Urlaub. Aber am Montag- und Dienstagnachmittag  hat mich dann eine kleine Gruppe aus meinem  Büro gefragt, ob ich Lust habe eine Runde auf dem Unigelände spazieren zu gehen. Da sagte ich natürlich nicht Nein :-) 

Die Uni ist weitgehend von Bäumen und kleinen Parkanlagen umgeben, so dass ein Spaziergang sehr abwechslungsreich ist und man denkt, man sei ganz weit weg von der Arbeit.
Neben vielen kleinen Hasen, die mich jedes Mal wieder begeistert, hier aber total normal sind, haben wir am Montag auch kleine Schwanenbabys gesehen:

Sooo süß!!! :-)
Es war so schön, sich die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen, so dass wir nicht mehr auf die Uhr schauten und einfach nur mit voller Freude auf eine langanhaltende sonnige Zeit hofften.

Nach einer Stunde waren wir dann wieder zurück im Büro und dann war es nur noch einen halbe Stunde bis zum Feierabend ;-)

Am Dienstag dann das Gleich…ein schöner langer Nachmittagsspaziergang durch die noch wärmere Sonne :-) Und diesmal sind wir an ein paar Pferden vorbeigekommen…was es hier nicht alles in der Nähe der Uni gibt...


 
So verliefen die beiden ersten Tage der Woche trotz Arbeit sehr entspannt und positiv.
Aber das sollte sich bald ändern…

Am Mittwoch habe ich mich mit Maiwenn in der „Royal Infirmary“ getroffen, um weiter an unserer DNA-Erkennung zu arbeiten. Wir versuchten verschiedene Konzentrationen der zur Verfügung stehenden Chemikalien und am Ende des Tages erhielten wir dann eine Antwort, ob unsere Bemühungen Erfolg hatten. Und wir hatten Glück…wir waren auf dem richtigen Weg. Nur ein paar Kontaminationen, also DNA-Bestandteile wo wir keine haben wollten und ein paar Bänder, die man nicht gut genug erkennen konnte. Hier mal ein Bild, damit ihr euch vorstellen könnt, wovon ich spreche ;-)

Gelelektrophorese
Die Bänder an den Seiten sind nur eine Art Lineal. Je nach Größe der DNA-Fragmente, bewegen sie sich unterschiedlich schnell durch das Gel und erzeugen eine Linie an einer bestimmten Stelle, welche durch UV-Licht sichtbar wird.
Wer mehr zur Theorie dahinter erfahren will, braucht nur mal nach Gelelektrophorese im Internet suchen.

Jedenfalls waren unsere Ergebnisse nicht schlecht und wir freuten uns, dass wir bald die optimale Zusammensetzung finden werden.

An dem Tag machte ich allerdings einen Entdeckung an meinem Hinterkopf…hinter meinem linken Ohr hatte ich eine Beule, die sehr schmerzte. Ich wunderte mich, was dass sein könnte…keine Stelle, an der man sich ein Beule durch einen Stoß holen konnte. Aber ich machte mir keine weiteren Gedanken, sie wird irgendwie schon wieder weg gehen. Dachte ich…

In der Nacht konnte ich kaum schlafen und als ich am Morgen aufstand fühlte ich mich total neben der Spur. Der Weg zur Uni machte mir zu schaffen...ich hyperventilierte und mir ging es gar nicht gut. In der Uni angekommen, fragte ich gleich einen Mitarbeiter, ob es hier in der Nähe einen Arzt gibt, denn irgendwie war ich schon beunruhigt, ob die schmerzende Beule irgendetwas mit meinen unguten Zustand zu tun hatte. Und zum Glück gibt es ein Ärztezentrum direkt in der Uni. Also machte ich mich gleich auf den Weg. Ich füllte ein paar Bögen über mich und meinen Gesundheitszustand aus und bekam dann einen Termin für 15:10Uhr…na toll…so spät....

Ich ging wieder zurück zu meinem Arbeitsplatz. In der Zeit war auch Iqy im Büro angekommen. Es war das erste Mal, dass ich ihn seit seiner Mexico-Reise wiedergesehen hatte. Ich schilderte ihm die ganze Situation und sagte, dass ich wahrscheinlich nach Hause gehe, weil ich mich absolut schlecht fühle. Er stimmte zu, quatschte mich aber noch mit vielen Dingen über seine Reise und über die Arbeit zu (mind.1h)…ich hatte überhaupt keine Nerven dafür…ich wollte nur in mein Bett. Um 12Uhr bin ich dann zuhause gewesen und habe mich 2 Stunden ins Bett gelegt und geschlafen. Dann musste ich mich wieder mit dem Bus zum Arzt machen. Dort angekommen, musste ich noch ein bisschen warten und wurde dann von einer Ärztin aufgerufen.

Sie schaute sich die Beule an und stellte mir ein paar Fragen: "Wie ich mich fühle?", "Was ich gedacht habe, als ich die Beule entdeckte?" und "Was ich denke, was es ist?"…hm, ich dachte, das ist ihre Aufgabe, das herauszufinden. Am Ende meinte sie, dass ich wahrscheinlich eine Grippe bekomme, sie aber auch nicht weiß, was die Beule ist. Sie würde gerne Blut nehmen, aber da es schon Nachmittag ist und um diese Zeit keine zuständige Person mehr arbeitet, konnte sie es nicht gleich machen und ich sollte am Freitag noch mal kommen. Sie meinte, es wird reichen, wenn ich ein paar Paracetamol nehme, damit mein leichtes Fieber und meine Symptome weggehen. Ein sehr motivierender Arztbesuch…ich wusste also immer noch nicht, was diese Beule zu bedeuten hatte.

Am Freitag fühlte ich mich dann noch schlechter. Ich fühlte mich wie von einem LKW überrollt und die Beule schmerzte noch mehr. Zusätzlich hatte ich eine Art Druck auf dem linken Ohr. Nun machte ich mir Sorgen, ob die Beule irgendeine Auswirkung auf mein Ohr hat. Also auf zur Blutabnahme um 9Uhr… Ich sagte gleich am Empfang, dass ich unbedingt noch mal mit der Ärztin sprechen müsste, da ich mich viel schlechter als gestern fühlte und nun ja Wochenende sei und ich mir keinen großen Erfolg mit den Paracetamoltabletten verspreche. Sie war nicht so begeistert, da ich ja keinen Termin habe und „meine“ Ärztin nur am Dienstag und Donnerstag da ist. Aber nach ein paar Minuten konnte ich sie doch überzeugen und ich durfte zu einer anderen Ärztin. Diese tastete auch noch mal meinen Kopf und den Nacken ab und schaute in meine Ohren und meinte, dass es scheinbar keine Ohrenentzündung ist. Aber sie verschrieb mir Antibiotika, falls es doch irgendeine Entzündung ist. Ich dachte mir, besser als nix, auch wenn ich nicht so ein Fan von Antibiotika bin und lieber gewusst hätte, was diese dumme Beule an meinem Kopf mit der ganzen Sache zu tun hatte. Die Blutergbnisse würde ich dann am kommenden Donnerstag bekommen...WAS? Fast eine Woche auf die Ergebnisse warten...dann bringt das doch auch nichts mehr! :-(

Ich ging in eine Apotheke und bekam meine Tabletten ohne etwas zu bezahlen...hier sind alle Arztleistungen und Medikamente kostenlos. Immerhin etwas.

Dann ging es wieder zurück ins Bett.
Und draußen waren es 20°C und keine einzige Wolke am Himmel… super Timing um krank zu sein.