Der sonnige Sonntag gab einen schon einen Vorgeschmack auf
die kommende Woche. Endlich hatte Edinburgh auch ein kleines bisschen von den
sommerlichen Temperaturen erreicht J
Mit anfangs noch sonnigen 16°C, so dass man auch mal ohne Jacke das Haus
verlassen konnte, wurden es zum Wochenende hin um die 25°C…das ich das noch
erleben darf ;-)
Natürlich habe ich das schöne Wetter zum größten Teil nur
von innen gesehen…Arbeiten muss ja sein, ich bin hier ja nicht im Urlaub. Aber
am Montag- und Dienstagnachmittag hat
mich dann eine kleine Gruppe aus meinem
Büro gefragt, ob ich Lust habe eine Runde auf dem Unigelände spazieren
zu gehen. Da sagte ich natürlich nicht Nein :-)
Die Uni ist weitgehend von Bäumen und kleinen Parkanlagen
umgeben, so dass ein Spaziergang sehr abwechslungsreich ist und man denkt, man
sei ganz weit weg von der Arbeit.
Neben vielen kleinen Hasen, die mich jedes Mal wieder begeistert,
hier aber total normal sind, haben wir am Montag auch kleine Schwanenbabys
gesehen:
![]() | |
| Sooo süß!!! :-) |
Es war so schön, sich die Sonne ins Gesicht scheinen zu
lassen, so dass wir nicht mehr auf die Uhr schauten und einfach nur mit voller
Freude auf eine langanhaltende sonnige Zeit hofften.
Nach einer Stunde waren wir dann wieder zurück im Büro und
dann war es nur noch einen halbe Stunde bis zum Feierabend ;-)
Am Dienstag dann das Gleich…ein schöner
langer Nachmittagsspaziergang durch die noch wärmere Sonne :-) Und diesmal sind wir an
ein paar Pferden vorbeigekommen…was es hier nicht alles in der Nähe der Uni gibt...
So verliefen
die beiden ersten Tage der Woche trotz Arbeit sehr entspannt und positiv.
Aber das
sollte sich bald ändern…
Am Mittwoch
habe ich mich mit Maiwenn in der „Royal Infirmary“ getroffen, um weiter an
unserer DNA-Erkennung zu arbeiten. Wir versuchten verschiedene Konzentrationen
der zur Verfügung stehenden Chemikalien und am Ende des Tages erhielten wir
dann eine Antwort, ob unsere Bemühungen Erfolg hatten. Und wir hatten Glück…wir
waren auf dem richtigen Weg. Nur ein paar Kontaminationen, also DNA-Bestandteile
wo wir keine haben wollten und ein paar Bänder, die man nicht gut genug
erkennen konnte. Hier mal ein Bild, damit ihr euch vorstellen könnt, wovon ich spreche ;-)
| Gelelektrophorese |
Die Bänder
an den Seiten sind nur eine Art Lineal. Je nach Größe der DNA-Fragmente,
bewegen sie sich unterschiedlich schnell durch das Gel und erzeugen eine Linie
an einer bestimmten Stelle, welche durch UV-Licht sichtbar wird.
Wer mehr zur
Theorie dahinter erfahren will, braucht nur mal nach Gelelektrophorese im
Internet suchen.
Jedenfalls
waren unsere Ergebnisse nicht schlecht und wir freuten uns, dass wir bald die
optimale Zusammensetzung finden werden.
An dem Tag
machte ich allerdings einen Entdeckung an meinem Hinterkopf…hinter meinem
linken Ohr hatte ich eine Beule, die sehr schmerzte. Ich wunderte mich, was
dass sein könnte…keine Stelle, an der man sich ein Beule durch einen Stoß holen
konnte. Aber ich machte mir keine weiteren Gedanken, sie wird irgendwie schon
wieder weg gehen. Dachte ich…
In der Nacht
konnte ich kaum schlafen und als ich am Morgen aufstand fühlte ich mich total
neben der Spur. Der Weg zur Uni machte mir zu schaffen...ich hyperventilierte
und mir ging es gar nicht gut. In der Uni angekommen, fragte ich gleich einen
Mitarbeiter, ob es hier in der Nähe einen Arzt gibt, denn irgendwie war ich
schon beunruhigt, ob die schmerzende Beule irgendetwas mit meinen unguten
Zustand zu tun hatte. Und zum Glück gibt es ein Ärztezentrum direkt in der Uni.
Also machte ich mich gleich auf den Weg. Ich füllte ein paar Bögen über mich
und meinen Gesundheitszustand aus und bekam dann einen Termin für 15:10Uhr…na
toll…so spät....
Ich ging
wieder zurück zu meinem Arbeitsplatz. In der Zeit war auch Iqy im Büro
angekommen. Es war das erste Mal, dass ich ihn seit seiner Mexico-Reise
wiedergesehen hatte. Ich schilderte ihm die ganze Situation und sagte, dass ich
wahrscheinlich nach Hause gehe, weil ich mich absolut schlecht fühle. Er
stimmte zu, quatschte mich aber noch mit vielen Dingen über seine Reise und
über die Arbeit zu (mind.1h)…ich hatte überhaupt keine Nerven dafür…ich wollte
nur in mein Bett. Um 12Uhr bin ich dann zuhause gewesen und habe mich 2 Stunden
ins Bett gelegt und geschlafen. Dann musste ich mich wieder mit dem Bus zum
Arzt machen. Dort angekommen, musste ich noch ein bisschen warten und wurde
dann von einer Ärztin aufgerufen.
Sie schaute
sich die Beule an und stellte mir ein paar Fragen: "Wie ich mich fühle?", "Was ich
gedacht habe, als ich die Beule entdeckte?" und "Was ich denke, was es ist?"…hm, ich
dachte, das ist ihre Aufgabe, das herauszufinden. Am Ende meinte sie, dass ich
wahrscheinlich eine Grippe bekomme, sie aber auch nicht weiß, was die Beule
ist. Sie würde gerne Blut nehmen, aber da es schon Nachmittag ist und um diese
Zeit keine zuständige Person mehr arbeitet, konnte sie es nicht gleich machen
und ich sollte am Freitag noch mal kommen. Sie meinte, es wird reichen, wenn ich
ein paar Paracetamol nehme, damit mein leichtes Fieber und meine Symptome
weggehen. Ein sehr motivierender Arztbesuch…ich wusste also immer noch nicht,
was diese Beule zu bedeuten hatte.
Am Freitag fühlte ich mich dann noch schlechter. Ich fühlte
mich wie von einem LKW überrollt und die Beule schmerzte noch mehr. Zusätzlich
hatte ich eine Art Druck auf dem linken Ohr. Nun machte ich mir Sorgen, ob die
Beule irgendeine Auswirkung auf mein Ohr hat. Also auf zur Blutabnahme um 9Uhr…
Ich sagte gleich am Empfang, dass ich unbedingt noch mal mit der Ärztin
sprechen müsste, da ich mich viel schlechter als gestern fühlte und nun ja
Wochenende sei und ich mir keinen großen Erfolg mit den Paracetamoltabletten
verspreche. Sie war nicht so begeistert, da ich ja keinen Termin habe und „meine“
Ärztin nur am Dienstag und Donnerstag da ist. Aber nach ein paar Minuten konnte
ich sie doch überzeugen und ich durfte zu einer anderen Ärztin. Diese tastete
auch noch mal meinen Kopf und den Nacken ab und schaute in meine Ohren und
meinte, dass es scheinbar keine Ohrenentzündung ist. Aber sie verschrieb mir Antibiotika,
falls es doch irgendeine Entzündung ist. Ich dachte mir, besser als nix, auch
wenn ich nicht so ein Fan von Antibiotika bin und lieber gewusst hätte, was
diese dumme Beule an meinem Kopf mit der ganzen Sache zu tun hatte. Die Blutergbnisse würde ich dann am kommenden Donnerstag bekommen...WAS? Fast eine Woche auf die Ergebnisse warten...dann bringt das doch auch nichts mehr! :-(
Ich ging in eine Apotheke und bekam meine Tabletten ohne etwas zu bezahlen...hier sind alle Arztleistungen und Medikamente kostenlos. Immerhin etwas.
Und draußen waren es 20°C und keine einzige Wolke am Himmel…
super Timing um krank zu sein.


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