Sonntag, 10. Juni 2012

Mo, 21.5.-Fr, 25.5.


Der sonnige Sonntag gab einen schon einen Vorgeschmack auf die kommende Woche. Endlich hatte Edinburgh auch ein kleines bisschen von den sommerlichen Temperaturen erreicht J Mit anfangs noch sonnigen 16°C, so dass man auch mal ohne Jacke das Haus verlassen konnte, wurden es zum Wochenende hin um die 25°C…das ich das noch erleben darf ;-)

Natürlich habe ich das schöne Wetter zum größten Teil nur von innen gesehen…Arbeiten muss ja sein, ich bin hier ja nicht im Urlaub. Aber am Montag- und Dienstagnachmittag  hat mich dann eine kleine Gruppe aus meinem  Büro gefragt, ob ich Lust habe eine Runde auf dem Unigelände spazieren zu gehen. Da sagte ich natürlich nicht Nein :-) 

Die Uni ist weitgehend von Bäumen und kleinen Parkanlagen umgeben, so dass ein Spaziergang sehr abwechslungsreich ist und man denkt, man sei ganz weit weg von der Arbeit.
Neben vielen kleinen Hasen, die mich jedes Mal wieder begeistert, hier aber total normal sind, haben wir am Montag auch kleine Schwanenbabys gesehen:

Sooo süß!!! :-)
Es war so schön, sich die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen, so dass wir nicht mehr auf die Uhr schauten und einfach nur mit voller Freude auf eine langanhaltende sonnige Zeit hofften.

Nach einer Stunde waren wir dann wieder zurück im Büro und dann war es nur noch einen halbe Stunde bis zum Feierabend ;-)

Am Dienstag dann das Gleich…ein schöner langer Nachmittagsspaziergang durch die noch wärmere Sonne :-) Und diesmal sind wir an ein paar Pferden vorbeigekommen…was es hier nicht alles in der Nähe der Uni gibt...


 
So verliefen die beiden ersten Tage der Woche trotz Arbeit sehr entspannt und positiv.
Aber das sollte sich bald ändern…

Am Mittwoch habe ich mich mit Maiwenn in der „Royal Infirmary“ getroffen, um weiter an unserer DNA-Erkennung zu arbeiten. Wir versuchten verschiedene Konzentrationen der zur Verfügung stehenden Chemikalien und am Ende des Tages erhielten wir dann eine Antwort, ob unsere Bemühungen Erfolg hatten. Und wir hatten Glück…wir waren auf dem richtigen Weg. Nur ein paar Kontaminationen, also DNA-Bestandteile wo wir keine haben wollten und ein paar Bänder, die man nicht gut genug erkennen konnte. Hier mal ein Bild, damit ihr euch vorstellen könnt, wovon ich spreche ;-)

Gelelektrophorese
Die Bänder an den Seiten sind nur eine Art Lineal. Je nach Größe der DNA-Fragmente, bewegen sie sich unterschiedlich schnell durch das Gel und erzeugen eine Linie an einer bestimmten Stelle, welche durch UV-Licht sichtbar wird.
Wer mehr zur Theorie dahinter erfahren will, braucht nur mal nach Gelelektrophorese im Internet suchen.

Jedenfalls waren unsere Ergebnisse nicht schlecht und wir freuten uns, dass wir bald die optimale Zusammensetzung finden werden.

An dem Tag machte ich allerdings einen Entdeckung an meinem Hinterkopf…hinter meinem linken Ohr hatte ich eine Beule, die sehr schmerzte. Ich wunderte mich, was dass sein könnte…keine Stelle, an der man sich ein Beule durch einen Stoß holen konnte. Aber ich machte mir keine weiteren Gedanken, sie wird irgendwie schon wieder weg gehen. Dachte ich…

In der Nacht konnte ich kaum schlafen und als ich am Morgen aufstand fühlte ich mich total neben der Spur. Der Weg zur Uni machte mir zu schaffen...ich hyperventilierte und mir ging es gar nicht gut. In der Uni angekommen, fragte ich gleich einen Mitarbeiter, ob es hier in der Nähe einen Arzt gibt, denn irgendwie war ich schon beunruhigt, ob die schmerzende Beule irgendetwas mit meinen unguten Zustand zu tun hatte. Und zum Glück gibt es ein Ärztezentrum direkt in der Uni. Also machte ich mich gleich auf den Weg. Ich füllte ein paar Bögen über mich und meinen Gesundheitszustand aus und bekam dann einen Termin für 15:10Uhr…na toll…so spät....

Ich ging wieder zurück zu meinem Arbeitsplatz. In der Zeit war auch Iqy im Büro angekommen. Es war das erste Mal, dass ich ihn seit seiner Mexico-Reise wiedergesehen hatte. Ich schilderte ihm die ganze Situation und sagte, dass ich wahrscheinlich nach Hause gehe, weil ich mich absolut schlecht fühle. Er stimmte zu, quatschte mich aber noch mit vielen Dingen über seine Reise und über die Arbeit zu (mind.1h)…ich hatte überhaupt keine Nerven dafür…ich wollte nur in mein Bett. Um 12Uhr bin ich dann zuhause gewesen und habe mich 2 Stunden ins Bett gelegt und geschlafen. Dann musste ich mich wieder mit dem Bus zum Arzt machen. Dort angekommen, musste ich noch ein bisschen warten und wurde dann von einer Ärztin aufgerufen.

Sie schaute sich die Beule an und stellte mir ein paar Fragen: "Wie ich mich fühle?", "Was ich gedacht habe, als ich die Beule entdeckte?" und "Was ich denke, was es ist?"…hm, ich dachte, das ist ihre Aufgabe, das herauszufinden. Am Ende meinte sie, dass ich wahrscheinlich eine Grippe bekomme, sie aber auch nicht weiß, was die Beule ist. Sie würde gerne Blut nehmen, aber da es schon Nachmittag ist und um diese Zeit keine zuständige Person mehr arbeitet, konnte sie es nicht gleich machen und ich sollte am Freitag noch mal kommen. Sie meinte, es wird reichen, wenn ich ein paar Paracetamol nehme, damit mein leichtes Fieber und meine Symptome weggehen. Ein sehr motivierender Arztbesuch…ich wusste also immer noch nicht, was diese Beule zu bedeuten hatte.

Am Freitag fühlte ich mich dann noch schlechter. Ich fühlte mich wie von einem LKW überrollt und die Beule schmerzte noch mehr. Zusätzlich hatte ich eine Art Druck auf dem linken Ohr. Nun machte ich mir Sorgen, ob die Beule irgendeine Auswirkung auf mein Ohr hat. Also auf zur Blutabnahme um 9Uhr… Ich sagte gleich am Empfang, dass ich unbedingt noch mal mit der Ärztin sprechen müsste, da ich mich viel schlechter als gestern fühlte und nun ja Wochenende sei und ich mir keinen großen Erfolg mit den Paracetamoltabletten verspreche. Sie war nicht so begeistert, da ich ja keinen Termin habe und „meine“ Ärztin nur am Dienstag und Donnerstag da ist. Aber nach ein paar Minuten konnte ich sie doch überzeugen und ich durfte zu einer anderen Ärztin. Diese tastete auch noch mal meinen Kopf und den Nacken ab und schaute in meine Ohren und meinte, dass es scheinbar keine Ohrenentzündung ist. Aber sie verschrieb mir Antibiotika, falls es doch irgendeine Entzündung ist. Ich dachte mir, besser als nix, auch wenn ich nicht so ein Fan von Antibiotika bin und lieber gewusst hätte, was diese dumme Beule an meinem Kopf mit der ganzen Sache zu tun hatte. Die Blutergbnisse würde ich dann am kommenden Donnerstag bekommen...WAS? Fast eine Woche auf die Ergebnisse warten...dann bringt das doch auch nichts mehr! :-(

Ich ging in eine Apotheke und bekam meine Tabletten ohne etwas zu bezahlen...hier sind alle Arztleistungen und Medikamente kostenlos. Immerhin etwas.

Dann ging es wieder zurück ins Bett.
Und draußen waren es 20°C und keine einzige Wolke am Himmel… super Timing um krank zu sein.

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