Montag, 21. Mai 2012

Sa., 12.05. Island of Bute


Wie das Schicksal es so wollte, wurde ich am Samstag 6:30Uhr von der Sonne geweckt :-) Nach den regenreichen Tagen der vergangenen Woche war es wieder wie ein Wunder.

Ich machte mich wieder zu Fuß auf den Weg zur Uni. Dort warteten schon ein paar bekannte Gesichter von der letzten Tour.

Ivanda und ich haben uns gleich wieder die Plätze ganz vorne im Bus gesichert :-) Und dann konnte unsere Reise zur “Island of Bute” beginnen.

Die Insel liegt an der Westküste Schottlands. Wir fuhren mit dem Bus an Glasgow vorbei, bzw. führt die Autobahn auch durch Glasgow. So habe ich gleich einen ersten Eindruck von der Stadt bekommen. Man sieht gleich, dass es sich um eine Industriestadt handelt und das dort rund 600.000 Menschen untergebracht sind.... viele Plattenbauten und irgendwie harmoniert das Gesamtbild nicht. Also nicht vergleichbar mit Edinburgh! Aber angeblich soll es dort bessere Shoppingmöglichkeiten geben ;-) Das werde ich wohl mal testen müssen. Es finden auch mehr Konzerte und größere Events in Glasgow statt, aber trotzdem würde ich nicht tauschen wollen, dafür gefällt mir Edinburgh mit seiner schönen Innenstadt einfach zu gut! :-)

Auf dem Weg von Edinburgh nach Glasgow sind 4 “Kunstwerke” an der Autobahn zusehen. Irgendwie ist das dadurch entstanden, dass viele Jahre Edinburgh als Kulturstadt gesehen wurde und Glasgow neidisch darauf war, weil dort die Industrie angesiedelt war. Aber 1990 wurde Glasgow zur 6. Europäischen Kulturhauptstadt gewählt und ich glaube deshalb sind jetzt diese Kunstwerke an der Autobahn, um die beiden Städte zu verbinden. Die Kunstwerke sind:  Pyramiden (Grashügel in Form einer Pyramide), ein Pferd aus Metalldraht, ein großer Lautsprecher, aus welchem Vogellaute zu hören sind (macht sich besonders gut an einer Autobahn...die vorbeifahrenden Autos werden sicher ganz viel davon haben) und an das 4. kann ich mich schon nicht mehr erinnern. Am Straßenrand waren auch viele bunte Schafe zu sehen. Eine Herde war orange und die andere Gruppe war komplett pink. :-) Leider konnte ich so schnell kein Bild aus dem Bus heraus machen. 

Nachdem wir Glasgow passiert hatten, erreichten wir “Port Glasgow” und kurze Zeit später “Wemyss Bay”, wo die Fähre zur Insel startete.

Wir hatten noch 10 Minuten Zeit  bevor die Fähre ablegte. Neben der Anlegestelle befand sich ein kleiner Bahnhof, dort haben sich Ivanda, Roxane,  ihr Cousin und ich einen Kaffee gekauft, nachdem wir so früh aufgestanden sind, war das echt nötig um gegen die Müdigkeit anzukämpfen.

Bahnhof von Wemyss Bay
 
Dann startete die 25-minutige Reise mit der Fähre. Wir sind natürlich alle aufs Deck gegangen und haben die Aussicht genossen. Aber es war ziemlich windig und an manchen Stellen musste man aufpassen, dass man nicht von Bord geweht wurde.


Island of Bute
 
Auf der Insel angekommen, fuhren wir mit dem Bus zum “Mount Stuart House". Das ist ein großes Anwesen im südlichen Teil der Insel. Bei der Besichtigung des Hauses durften wir leider keine Bilder machen...aber ich kann nur sagen, es war großartig...das Haus war im gotischen Stil gebaut und bestand im Inneren zum größten Teil aus Marmor verschiedenster Art. Es gab sogar Marmor mit Fossilien ;-) Das Herz des Hauses ist eine große Halle, von welcher alle Hauptzimmer abgehen. Man kann von dort aus über die verschiedenen Etagen bis zur Decke des Hauses schauen. Jedes Detail in diesem Haus hat einen bestimmen Sinn und wurde vom Erbauer genau geplant. Die Kuppel über dem großen Saal, war eine Nachbildung des Sternenhimmels. Jeder Stern wurde mit durch eine Silberperle repräsentiert, so dass sie genau so glitzerten wir die echten Sterne. An den vier Seitenwänden der Kuppel befanden sich pro Seite jeweils 3 Buntglasfenster, welche die Jahreszeiten darstellten. Durch das Sonnenlicht wurde der gesamte Raum in ein Meer aus Farben getaucht! Wahnsinnig schön!! Und das Internet macht es möglich: die folgenden Bilder(*) der Räumlichkeiten sind von http://www.mountstuart.com/visiting/

(*) Kuppel mit Sternenhimmel und Buntglasfenster
(*) große Halle aus Marmor
Jede Wand, jede Decke, einfach Alles im gesamten Haus hatte eine Verzierung...echtes  Gold an den Decken, Holzschnitzereien, in die Wände eingearbeitete Diamanten...

Manche würden das Gesamtwerk wahrscheinlich als Kitsch und überladen bezeichnen, aber auf wirkte es beeindruckend... soviel Liebe zum Detail...

Das Haus besitzt 127 Zimmer von welchen einige privat genutzt und andere vermietet werden. Man kann das Haus auch für Hochzeiten mieten. Im Haus befindet sich sogar eine integrierte Kirche...komplett aus weißen Marmor mit roten Buntglasfenstern, so dass man zwar mit einem Pelzmantel heiraten muss (weil der Marmor eine wahnsinnige Kälte erzeugt), aber dafür das wunderschöne Licht genießen kann.
Wir schauten uns die Hochzeitssuite mit angrenzendem Wintergarten mit Blick auf das Meer an und eines der Zimmer für die Hochzeitsgäste. Ich fragte gleich nach den Preis für so eine Hochzeit ;-) Die Frau schaute mich komisch an und sagte dann, dass der Preis bei 20.000 Pfund startet und dann bis weit darüber hinaus ausgebaut werden kann...Ok, nun wusste ich warum sie meine Frage irritiert hat...wahrscheinlich fragen Studenten gewöhnlich nicht nach dem Preis, da ihnen meist das nötige Kleingeld fehlt ;-) Schade, ich hatte mir schon in Gedanken meine Märchenhochzeit ausgemalt...

(*) Hochzeitssuite
 
Nach der 1 1\2 stündigen Führung durch das Haus, hatten wir noch weiter 1 1\2 Stunden Zeit um das Gelände um das Haus erkunden. Neben wunderschönen kleinen Gärten, mit kleinen Bächen und traumhaften Blumen, bestand das Gelände zum größten Teil aus Wald und grünen Wiesen. Natürlich darf man das angrenzende Meer nicht vergessen :-) Wirklich traumhaft... so viele verschiedene Arten von Natur miteinander vereint. :-)

Mount Stuart House











Unser Mittag haben wir am Wasser gegessen und nebenbei haben wir den schönen Anblick des Meeres genossen.


Leider haben wir in der kurzen Zeit nur einen kleinen Teil des riesigen Geländes erkunden können.

Dann ging unsere Tour weiter. Wir fuhren an einen Strand an der Westküste der Insel. Es war ein herrlicher Sandstrand gesäumt von grünen Wiesen und Hügeln.


Scalpsie Bay
Am nördlichsten Punkt der Bucht befand sich ein Gebiet aus Steinen. Auf diesen  Steinen sonnten sich gerade die Robben ;-) So ein Glück muss man erst mal haben :-)

Die Robbe und ich -> oder auch: zwei dicke Robben ;-)

Die Robbe genoss es im Rampenlicht zu stehen und lächelte immer nett in die Kamera. Und auch im Wasser sah man immer mal eine Robbe vorbeischwimmen :-)

:-)
Das war wieder ein Ort, den man sich bei 30°C wünschte... mit einer Luftmatratze,  einem Cocktail in der Hand und eine Abkühlung im Wasser zusammen mit den Robben :-)

Wir setzten unsere Reise Richtung Norden fort und wählten eine kleine Fähre zu einer Landzunge des schottischen Festlands. Die Überfahrt dauerte nur 5 Minuten. Dann fuhren wir durch das bergige Gelände, entlang von Seen und Wäldern zu einem Botanischen Garten in "Benmore".

Blick aus dem Bus

Dieser Garten gehört zu den 4 Botanischen Gärten Schottlands. Einer befindet sich u.a. in Edinburgh, welchen ich bei Gelegenheit auch mal besuchen muss.

Botanischer Garten in Benmore

 Besonders schön sollte vor allem die große Rhododendron-Anlage sein. Dort gibt es über 300 Arten dieser asiatischen Pflanzenart. Ich freute mich schon wahnsinnig in einem Farbenmeer zu versinken, da mittlerweile der Rhododendronbusch meine Lieblingspflanze geworden ist...doch leider wurde ich enttäuscht...aufgrund der starken Regenfälle in den letzten Monaten waren die meisten Blüten noch geschlossen und so haben wir max. 10 blühende Sträucher gesehen :-( Aber man kann ja nicht immer Glück haben. 

Aussicht vom höchsten Punkt des Gartens
Der Botanische Garten glich einem Wald und nur ein genauer Blick offenbarte einem die vielen unterschiedlichen Bäume.



Und dann habe ich doch noch einen schönen Rhododendron gefunden :-)




18Uhr machten wir uns dann auf den Weg zurück.
Wir fuhren nach „Dunoon“ und nahmen die Fähre Richtung „Port Glasgow”.


Auf der Autobahn ging es dann wieder zurück nach Edinburgh und so ging 20:40Uhr mit der Ankunft an der Universität wieder eine erlebnisreicher Tag zu Ende. :-)

1 Kommentar:

  1. Da hattest du ja wieder eine tolle Reise mit schönen Eindrücken und Erlebnissen. Zum neidisch werden ... LG Deine M.

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