Das Wochenende verbrachte ich also wieder in meinem Zimmer.
Aber diesmal verpasste ich auch nicht so viel, weil das Wetter mal wieder (immer
noch) schlecht war.
Die Schmerzen waren immer noch schlimm, aber ich versuchte
auf die Schmerztabletten soweit es ging zu verzichten. Man kann sich ja nicht
so zu dröhnen. Leider hatten die Antibiotika diesmal die Nebenwirkung starke
Kopfschmerzen hervorzurufen. :-(
So verbrachte ich die Zeit in meinem Bettchen mit Lesen und
Filme schauen.
Meine Vermieterin hat mir an dem Wochenende eine Wärmflasche
besorgt. Die tat echt gut :-) Die Wärmflasche ist sogar aus Deutschland und TÜV
geprüft :-D Da musste ich wenigstens keine Angst haben in einem nassen Bett
aufzuwachen ;-)
Am Montag bin ich dann gleich am Morgen zum Arzt auf dem
Campus. Die Schmerzen waren etwas weniger und ich hatte das Gefühl, dass sie weiter
runter gewandert sind. Diesmal war ich
bei einem männlichen Arzt. Scheinbar waren die anderen beiden Frauen, bei denen
ich schon wegen der anderen Sache war, nicht im Dienst.
Er erzählte mir, was
die Laborwerte ergeben hatten und bat mich noch mal um einen Urintest. Er
meinte, es deutet alles auf einen Nierenentzündung und einen Nierenstein hin,
so wie ich mir das auch schon gedacht hatte. Er machte wieder einen Schnelltest
und er meinte, dass die Werte schon um einiges besser aussehen, als die vom
Labor. Also scheinen die Antibiotika zu wirken. Da er aber wegen des Nierensteins ganz sicher gehen wollte, machte er bei einem Krankenhaus in Edinburgh
einen Termin zur Computertomografie. Bis man dann da allerdings wirklich einen
Termin bekommt, dauert es mind. 2 Wochen. Ich sollte also in den nächsten Tagen Post vom Krankenhaus
bekommen.
Danach ging ich zurück nach Hause, da meine Kopfschmerzen
wieder unerträglich wurden und die Schmerzen in der Nierengegend auch nicht weg
waren. Also hieß es wieder, Abwarten und Tee trinken ;-) …Was ich auch tat…ich
hatte die letzten Tage mind. 3 Liter pro Tag getrunken. Ganz vorbildlich :-)
Am nächsten Tag hatte ich nur noch am Morgen leichte
Schmerzen und dann wurde es endlich besser :-) JUHU :-)
Ich ging also gleich wieder auf Arbeit, da die Schottin
nicht alleine im Labor arbeiten sollte. Das war auch echt besser so…ich hätte
nie gedacht, dass eine Elektrotechnikerin einer Biologin erklären muss, wie man
sich in einem Labor zu verhalten hat und sie immer darauf hinweisen muss, dass
man nicht alles ohne Handschuhe anfasst und dass sie genau darauf achten muss,
dass keine DNA an unsere Arbeitsfläche kommt und falls doch, mit einem DNA-Vernichtungsspray
alles gereinigt werden muss…
Wir können uns nun mal keine Kontaminationen in unseren
Proben erlauben und da muss man sich eben an ein paar Grundregeln halten. Ich
verbrachte also die meiste Zeit damit hinter der Schottin aufzuräumen und zu
desinfizieren und ihr genaue Anweisungen zu geben, was sie zu machen hat. (Sie
hatte nämlich schon wieder alles vergessen, was uns Maiwenn beigebracht hatte…)
Am Mittwoch dann genau das Gleiche. Nur leider kamen die
Blutproben nicht so wie erwartet. Also „bastelten“ wir ein bisschen an dem
PCRmix herum.
Zum Glück hatte ich am Mittwoch keine Schmerzen mehr. Schon
komisch...so plötzlich wie es in der letzten Woche angefangen hatte, hörte es
jetzt wieder auf. Aber ich war erleichtert! :-)
Am Abend sollte dann die Olympische Fackel in Edinburgh
ankommen. Davon wusste ich bis zum Tag vorher gar nichts, da ich ja kein
Fernseher habe und auch zu selten Radio höre. Ich wollte sie unbedingt sehen
und so blieb ich nach der Arbeit gleich in der Stadt.
Ich hörte Musik vom Schloss kommen und machte mich auf den
Weg dorthin. Die Royal Mile war schon mit einer dichten Menschenmenge gefüllt
und nur ein paar Meter Straße wurden für den Fackelzug abgesperrt.
Ins Schloss kam man nur mit einem Ticket, weil dort noch ein
Konzert stattfand. Also suchte ich mir einen Platz in der Menschenmenge,
natürlich so gewählt, dass ich auch was von der Straße sah, um die Fackel nicht
zu verpassen ;-) Und nach einer ganzen Weile, war es dann endlich so weit :-)
Der Mann
verschwand dann aber ganz schnell, weil er zu einem Fernsehinterview sollte.
Und kurze Zeit später hatte er sich in eine Frau verwandelt ;-)
Hihi, da habe ich sogar gleich 2 Fackelläufer gesehen :-)
Danach wollte ich mich mit einigen Freunden zum Fussball gucken treffen. Heute spielte ja Deutschland und das durfte man ja nicht verpassen :-)
Auf dem Weg zum Treffpunkt kam ich auch noch in den Genuss, die Olympiafackel zu halten ;-)
Dann ging es aber endlich zum Fussball. Ich war schon spät dran, aber in den ersten Minuten hatte ich noch nichts verpasst.
Auf einem großen Bildschirm wurde das Spiel: Deutschland gegen Niederlande, übertragen. Zum Glück war das Wetter besser als die letzten Tage, da wir draußen saßen.
Ich befürchtete ja, dass Deutschland verliert, weil ich zum Public-Viewing bin und das die letzten Jahre immer Unglück brachte. Aber der Fluch wurde gebrochen :-) Auf den Sieg hab ich dann erst mal mit einer schönen Cola angestoßen ;-) Ich musste ja immerhin noch meine Antibiotika nehmen...also keine Experimente.
Und dann ging es auch wieder schnell nach Hause, damt ich nicht noch einen Rückfall bekam.
Am Donnerstag arbeitete ich wieder im Krankenhaus. Und da wieder keine Blutprobe da war, konnten wir die Mittagspause zu einem kleinen Spaziergang nutzen. Wir waren wieder an der Burg, an der ich auch schon ein paar Wochen vorher mit Maiwenn war. Man musste ja mal die seltenen Sonnenstrahlen nutzen :-)
Und so ging auch der Donnerstag zu Ende und ich freute mich schon wahnsinnig auf Freitag, denn da sollte ich endlich Besuch aus der Heimat bekommen :-)