Samstag, 28. Juli 2012

So, 24.06.


Sonntag machten wir dann Edinburgh unsicher. 

Unser großes Ziel für den heutigen Tag war das Schloss von Edinburgh. Doch zuvor zeigte ich den beiden noch ein bisschen die Innenstadt.

Das Wetter war ziemlich wechselhaft und so folgte auf jeden Sonnenstrahl auch ein kleiner Regenschauer. Dafür waren die wechselnden Lichtverhältnisse am Himmel beeindruckend.

North Bridge, Hintergrund: Calton Hill
 
Auf dem Weg zum Schloss schauten wir auch mal in die Kirche rein, die sich nur wenige Meter vom Schlosseingang befand. Wir schon in einen früheren Beitrag von mir erwähnt, handelt es sich bei dieser Kirche um ein Café. Das wollten wir uns dann mal aus der Nähe anschauen.  Leider kam einen aber sofort ein so starker Fischgeruch entgegen, dass wir keine Lust hatten, dass Café weiter zu erkunden. Wir gingen dann zu einem hinteren Teil des Gebäudes. Dort stand, dass in dieser Kirche auch Theateraufführungen und Konzerte stattfinden.

Hinterer Teil der Kirche

Nachdem wir noch durch ein paar schottische Touristengeschäfte und durch den Whisky-Shop gelaufen sind, kamen wir dann an unserem Ziel an.

Eingang zum Edinburgh Castle
Der Eintrittspreis ist wirklich der Wahnsinn…16 Pfund pro Person…unglaublich. Aber naja, dafür schaut man es sich nur einmal an.

Gleich zu Beginn der Route durch das Schloss, kann man erst einmal die tolle Aussicht über die Stadt genießen. Da sich das Schloss auf einen der 3 vulkanischen Hügel Edinburghs befindet, hat man in alle Richtungen einen guten Blick.

Von vorne nach hinten: National Gallery, Hauptbahnhof, North Bridge, Balmoral Hotel, Calton Hill, Firth of Forth

Blick auf New Town und Princes Street Gardens
Auf dem Außengelände befindet sich unter anderem auch die Kanone „Mons Meg“. Sie ist 6 Tonnen schwer und konnte 150kg Steinkugeln verschießen. Zum letzten Mal wurde sie im Jahr 1681 abgefeuert…ist also schon ein paar Jährchen her. Dafür wird täglich mit einem modernen Geschütz ein Schuss um 13Uhr abgefeuert.  

6 Tonnen schwere Kanone "Mons Meg"
..und die dazugehörigen 150kg Steinkugeln

In den verschiedenen Teilgebäuden befinden sich vor allem Militärausstellungen.  Weiterhin kann man das Gefängnis mit Einzelzellen und das Kriegsgefängnis besuchen. Und wenn man nicht aufpasste, wurde man ganz schnell dort zurückgelassen ;-)

Blick durch das Türloch der Gefängniszelle
 
Es gibt auch einen Raum, in dem die schottischen Kronjuwelen aus dem frühen 16. Jhd. ausgestellt sind. Leider darf man in diesem Raum nicht fotografieren.

Dafür aber noch ein paar Bilder vom Innengelände:







Und wenn man Glück hat, wird man sogar plötzlich Prinzessin ;-)


Mein kleines Türmchen habe ich mir auch schon ausgesucht...


Angst vor Angreifern muss man auch nicht haben, es gibt ausreichend Kanonen in alle Richtungen auf die Stadt...



Und so ging ein schöner Tag im Schloss zu Ende :-)


Dienstag, 24. Juli 2012

Fr, 22.06. - Sa, 23.06.


Am Donnerstag hatte ich eine Email bekommen, dass am Freitag noch Plätze frei sind für eine Tagestour nach St. Andrews. Diese Tour wurde wieder von der Uni für ausländische Studenten organsiert. 

Da ich ja arbeiten muss, hatte sich für mich diese Option erledigt, aber ich dachte mir, vielleicht können Mutti und Jens mitfahren, auch wenn sie keine Studenten sind… Fragen kostet ja nix. Und ich hatte Glück :-) Aufgrund der Ferienzeit, gibt es nicht so viele Studenten, welche an den Touren teilnehmen und dann dürfen gerne auch andere Personen, die nicht zur Uni gehören, mitfahren. Die Beiden freuten sich sehr, dass sie gleich etwas von Schottland entdecken konnten. 

Also sind beide am Freitag um 9 Uhr von meiner Uni aus nach St. Andrews gefahren. So haben sie auch gleich ein bisschen von meiner Uni gesehen ;-)

Das Wetter in Edinburgh war ziemlich schlecht an diesem Tag. Am Nachmittag dachte ich, dass die Welt untergeht….so ein starker Regen und dann auch noch ein richtig lautes Gewitter (habe ich hier noch nie erlebt). Ich schickte den beiden gleich eine SMS, ob sie sich retten konnten, oder schon ins Meer gespült wurden. Aber ich täuschte mich, in St. Andrews war das Wetter nämlich gar nicht so schlecht…es gab sogar etwas Sonne an dem Tag…

Komisch…langsam komme ich mir wirklich wie in einem Comic vor, wenn dort eine dicke fette Regenwolke immer über dem eigenen Kopf ist und überall sonst die Sonne scheint.

Aber ich freute mich natürlich für die beiden. Eine Tagestour bei Starkregen ist ja nun wirklich kein Erlebnis.

Weil abends der Bus nicht mehr von der Uni bis zu der Unterkunft der beiden fährt, trafen wir uns auf halber Strecke in Richtung Stadt-Zentrum. Leider hatten sie etwas Verspätung und dann gab es auch noch eine Verzögerung mit dem Stadtbus, weil natürlich mal wieder ein Fahrerwechsel stattfinden musste. An dem Abend war das Fußballspiel Deutschland gegen Griechenland und eigentlich wollten wir das nicht verpassen… das wir aber alle noch kein Abendbrot hatten, konnten wir auch nicht einfach in den erstbesten Pub gehen. Wir schauten aber mal schnell in einen rein, um den aktuellen Stand des Spiels zu sehen.  1:0 Deutschland…super…schnell weiter zum nächsten. 
Wir entschieden uns zu der Unterkunft der beiden zu fahren, weil dort auch einige Pubs und Restaurants in der Nähe sind. Dort angekommen, hüpften wir schnell in einen Pub. Und was sahen wir?…Griechenland hatte ein Tor…ooohhh nein! Aber das änderte sich ja ganz schnell wieder…zum Glück :-) So verfolgten wir das Fußballspiel und machten uns danach in einen Pizza-Imbiss. Dort gab es super leckere Pizza :-) Die hatten wir uns nach dem langen Tag aber auch verdient.

So ließen wir den Abend noch gemütlich ausklingen. Die Beiden brachten mich dann noch ein Stück in meine Richtung und dann gingen alle zu ihrer Unterkunft, um neue Kräfte für den nächsten Tag zu sammeln.

Das Wetter wurde auch am Samstag nicht wirklich besser…und was gibt es da nur für eine Möglichkeit? Richtig, shoppen im OUTLET-Center :-D 
Wir suchten uns einen Bus nach Livingston, dort wo ich schon einmal am Anfang meines Aufenthalts war. Damals wurde ich mit dem Auto mitgenommen, da hatte es nur 20min gedauert, aber mit dem Bus ist es um einiges länger…knapp über eine Stunde. Aber wenn man im Doppelstockbus oben und ganz vorne sitzen kann, ist so eine Busfahrt auch nicht schlecht, weil man doch einiges in Edinburghs Umgebung sehen kann.

Eine Busfahrt die ist lustig, eine Busfahrt die ist schön. Denn da kann man fremde Länder und noch manches andre sehen... ;-)
Und so verbrachten wir den Tag mit ausgiebigem Shopping ;-) Obwohl wir es nicht übertrieben und nur ein paar Kleinigkeiten gekauft haben.

Nach einer Stärkung bei einem indischen All-You-Can-Eat Buffet, welches ziemlich scharf aber eigentlich sehr lecker war, machten wir uns mit dem Bus wieder zurück ins Zentrum von Edinburgh, wo wir den restlichen Abend verbrachten. :-)

...und der Abendhimmel erweckte die Hoffnung auf besseres Wetter für den nächsten Tag :-)

Samstag, 21. Juli 2012

Mo,18.06. - Do,21.06


Die restliche Woche verging wie im Flug...

Zum Glück änderte sich das Wetter ab Montag. Endlich gab es blauen Himmel und traumhaften Sonnenschein.

Aber wie es nun mal so ist, musste ich ja wieder arbeiten. Ich ging aber extra früher zur Arbeit und beeilte mich, so dass ich nicht so lange im Labor war und noch viel Zeit mit meinen Gästen verbringen konnte.

Die beiden machten in dieser Woche noch eine Wanderung auf den Berg „Arthur’s Seat“ (gegenüber von „Calton Hill“) und genossen die tolle Aussicht über die Stadt und das Meer. Sogar die „Forth Bridge“ konnte man von dort aus sehen.  An schönen Tagen soll man einen Weitblick von bis zu 100km haben!

An einem Nachmittag gingen wir gemeinsam in das „Scottish Parliament“. Das ist ein ziemlich eigenartiges Gebäude. Manche bezeichnen es wahrscheinlich als Kunstwerk, ich würde aber eher sagen, es ist eine Verschwendung von Rohstoffen. Das ganze Gebäude ist mehr Aufwand, als der kleine Saal, in dem die Sitzungen stattfinden, wert ist.

Weitere Ziele der beiden waren „Edinburgh Castle“, die „National Gallery“, „Calton Hill“ und das „National Museum of Scotland“. Ich denke, dass ihnen alles davon sehr gefallen hat.

Die Abende verbrachten wir immer in einem Pub. Meistens wechselten wir die Pubs, um die ganze Vielfalt kennenzulernen. ;-)
Das Gute war, dass in den meisten Pubs die Fußball-EM live übertragen wurde und so mussten wir uns immer beeilen, damit wir noch eine gute Sicht auf den Fernseher oder die Leinwand bekamen. Wir haben kein Fußballspiel ausgelassen! :-)

Auch mein Onkel wagte sich in dieser Woche noch an Haggis dran...die sind beide echt vorbildlich...ich mit meiner Messerspitze voll Haggis kann da nicht mithalten.

Am Dienstag verließ dann Inès Edinburgh und machte sich wieder auf den Weg nach Frankreich. Zum Abschied trafen wir uns am Montag noch mal zusammen mit  ihren 2 anderen Freunden aus Schottland und Frauke in einem Pub in Juniper Green. Es war schon ein ziemlich komisches Gefühl, dass ihr Zimmer auf einmal leer ist...

Letzter Abend mit Inés
Sam's Freund, Sam, Ich, Frauke & Inés
Das Wetter änderte sich dann zum Donnerstag hin wieder...und so war ein einheitliches Dunkelgrau und Dauerregen an der Tagesordnung.
An diesem Tag landeten Mutti und Jens in Edinburgh. :-) Auch diese beiden wurden von dem tollen Wetter begrüßt, so dass die Fahrt vom Flughafen zur Innenstadt und dann zum Hotel zu einem nassen Abenteuer wurde.

Meine Tante und mein Onkel nahmen die beiden in Empfang und gingen mit ihnen zusammen zum Busunternehmen, damit sich die beiden auch eine Wochenkarte für die Busse in Edinburgh kaufen konnten.

Ich hatte dann auch Feierabend und traf alle in der Touristinformation in der Innenstadt.
Ich machte mich dann mit den beiden Neuankömmlingen auf den Weg zu ihrer Unterkunft. Die anderen beiden nutzten die Zeit, um noch ein bisschen Shoppen zu gehen.

Die Bed&Breakfast-Pension befand sich in der Nähe von meiner Unterkunft. Wir fuhren also ca. 30min mit dem Bus dorthin. Ich hatte dann gleich vor lauter Freude und Ablenkung meinen Schal im Bus vergessen... ärgerlich :-(

Die Beiden hatten überraschenderweise eine ganze Wohnung und nicht nur ein Doppelzimmer, wie es in der Beschreibung stand.
Sie befand sich im Keller des Hauses, hatte aber einen sehr gemütlichen Stil. Wir waren alle begeistert :-)
Die Beiden packten schnell ihre Sachen aus und dann machten wir uns auch schon wieder auf den Weg in die Stadt, um die anderen 2 zum Abendbrot zu treffen.

Wir gingen ins „Standing Order“, denn dort gibt es gutes Trinken und gutes Essen.

Standing Order
 
Nachdem alle gesättigt waren, machten wir uns auf den Weg in „The Last Drop“.
So wie die Woche für meine Tante und meinen Onkel begonnen hatte, hörte sie auch wieder auf ;-)

The Last Drop
Ich wusste schon gar nicht mehr, wie ich die nächste Woche überstehen sollte...jeden Tag auf Arbeit und dann gleich von der Arbeit in die Stadt und in einen Pub. Dann war ich immer erst Mitternacht zuhause und am nächsten Tag hieß es schon wieder früh aufstehen... Aber es machte ja Spaß und so habe ich zwar mit der Müdigkeit kämpfen müssen, konnte aber trotzdem jeden Tag genießen.

Im „Last Drop“ haben wir jeder noch einen kleinen Snack gegessen. Mutti und ich hatten ein tolles schottisches Dessert, bestehend aus Himbeeren, Sahne und Whiskey ;-) Mhhh, war das lecker! :-)

 
So verbrachten wir unseren einzigen gemeinsamen Abend gemütlich zusammen...für die Einen der letzte, für die Anderen der erste Abend und für mich fast Halbzeit in Edinburgh.

Dienstag, 17. Juli 2012

So,17.06.


Auch am Sonntag war das Wetter nicht viel besser :-( Dass sich Schottland aber auch selbst im Juni immer von seiner schlechten Seite zeigen muss…

Wir wollten trotzdem etwas erleben und nicht einfach vor dem Regen flüchten. Also machten wir uns auf zur „Forth Bridge“. Das ist eine Eisenbahnbrücke, welche Edinburgh mit der Halbinsel "Fife" verbindet.
Das südliche Ende der Brücke befindet sich in „South Queensferry“. Wir suchten uns einen Bus, der zu diesem Ort fährt und machten uns auf den Weg.
Nach kurzer Zeit erreichten wir unser Ziel:

Forth Bridge
 
Schon von der Ferne bot sich ein toller Anblick, doch wir wollten natürlich bis zum Fuße der Brücke. Wir sahen schon von Weitem eine große Menschenansammlung und waren gespannt, ob es dafür einen bestimmten Grund gab.
Und tatsächlich, es gab es ein kleines Fest von der Lebensrettung. Neben ein paar Imbissständen und Losbuden, waren es vor allem die Rettungshunde, welche die volle Aufmerksamkeit aller Zuschauer auf sich zogen.


Wir gingen näher an das Wasser heran und konnten live miterleben, wie die Hunde ihre Herrchen aus dem Wasser zogen.


Wie süß :-) Wer möchte nicht von so einem tollen Tier gerettet werden?!
 
Nachdem das ganze Spektakel vorbei war, konnten wir uns wieder der Brücke widmen ;-)
Hier noch ein paar festgehaltene Eindrücke:  


Forth Bridge mit Zug

 Parallel befindet sich die Brücke, welche für die Autos zugelassen ist: die „Forth Road Bridge“:

Forth Road Bridge
Zum Mittag gab es echte Thüringer Knackwürstchen und deutsches Brot :-) Hm lecker…habe ich echt vermisst. Und dann noch einen kleinen Burger vom Grill als „Nachtisch“…dem Duft konnte man einfach nicht widerstehen. ;-)
Während unserer Mittagspause fing eine kleine Musikgruppe an zu spielen.



Man hätte auch eine Bootstour machen können, welche zu einer kleinen Insel in der Nähe der Brücke führt, aber wir entschieden uns dagegen, weil sie 2 Stunden gedauert hätte und sich das bei dem Wetter nicht gelohnt hätte.

Also wanderten wir noch ein bisschen zu einem Aussichtspunkt und genossen den Anblick beider Brücken aus einer anderen Perspektive. 


Und dann machten wir uns langsam wieder auf dem Weg zurück nach Edinburgh. Aber ein gemeinsames Abschiedsbild darf natürlich nicht fehlen:


 
In Edinburgh angekommen, setzten wir uns in einen Bus Richtung „Ocean Terminal“. Die beiden wollten nämlich auch mal die „Britannia“ sehen.  Aber auch sie entschieden sich gegen eine Besichtigung von innen.

Jacht Britannia
 
Dann ging es wieder mit einem anderen Bus zurück in die Innenstadt. Durch die verschiedenen Busrouten, konnten die beiden viele verschiedene Stadtgebiete sehen, ohne alles ablaufen zu müssen.

Mein Onkel hatte im Fernseher einen Beitrag zu frittierten Marsriegeln gesehen und ich hatte mich zuvor im Internet schlau gemacht, wo genau sich der Laden in Edinburgh befindet. Zum Glück war der Laden ganz zentral gelegen und so konnten wir vom „Ocean Terminal“ kommend ganz in der Nähe aussteigen. 

Wir waren ganz neugierig...wie wird wohl so ein frittierter Marsriegel schmecken? Sicherheitshalber bestellten wir nur einen Riegel für uns 3.


 Wir waren echt skeptisch...aufgeschnitten sah der Riegel schon etwas komisch aus...


Aber oho, wer hätte das gedacht, geschmeckt hat er :-) Sogar richtig lecker ;-) Durch die geschmolzene Schokolade fand ich ihn schon fast besser als einen einfachen Marsriegel...und dann kommt ja noch das zusätzliche Fett als Geschmacksverstärker dazu...;-) Aber einen ganzen Riegel schafft man meiner Meinung nicht alleine, sonst hat man entweder einen Zuckerschock oder wiegt auf der Stelle 5kg mehr (oder beides) ;-)

Und so machten wir uns schon gut gesättigt in einen schönen Pub und ließen den Abend gemütlich ausklingen.





Sonntag, 15. Juli 2012

Fr, 15.06. - Sa, 16.06.


Heute sollte ich nun endlich auch mal Besuch aus der Heimat bekommen :-)

Meine Tante und mein Onkel kamen abends in Edinburgh an. Wir trafen uns in ihrem Hotel und machten uns dann auf in einen gemütlichen Pub. 
Es regnete natürlich…was für eine tolle Begrüßung für meine Gäste. Aber zum Glück ist es im Pub ja warm und trocken und mit einem schönen Bierchen sieht die Welt auch gleich anders aus ;-)

Wir gingen in „The Last Drop“. Das ist ein Pub, welcher am Grassmarket ist, wo früher die Hinrichtungen stattfanden. Und damit hat der Pub einen doppeldeutigen Namen…der letzte Tropfen und der letzte „Fall“. ;-) Für uns war es weder das eine noch das andere…wir hatten noch eine ganze Woche vor uns und da war es sicher nicht der letzte Tropfen.

Wir hatten Glück und bekamen sogar einen Platz. Das ist an einem Freitagabend nämlich gar nicht so leicht. Und dann war auch noch Fussballübertragung, d.h., noch mehr Leute in den Pubs.
So ließen wir den ersten Abend gemütlich ausklingen und freuten uns auf ein schönes Wochenende.

Am Samstag regnete es wieder in Strömen. Kein tolles Wetter um eine schöne Reise zu machen. Wir ließen uns aber nicht die Stimmung verderben und machten einen kleinen Ausflug zur „Rosslyn-Chapel“, die ganz in der Nähe von Edinburgh ist. 


Für alle, die jetzt überlegen, wo sie den Namen schon mal gehört haben -> diese Kapelle kam in Dan Browns „Sakrileg“ vor.

Die Kapelle stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist mit vielen Theorien und Mythen verknüpft. Zum Beispiel soll sich in der Krypta ja der Heilige Gral befinden…
Ich kann nur so viel sagen…es ist eine wahnsinnig imposante Kapelle! Die Steinkunst ist überwältigend!! So viele Figuren, Symbole und Muster in liebevoller  Feinarbeit errichtet, dass man einfach nur staunen kann. Leider durfte man in der Kapelle nicht fotografieren. Aber hier ein paar Bilder von außen:





 

Nachdem wir uns die Kapelle im Detail angeschaut haben, machten wir eine kurze Mittagspause und dann ging es zurück nach Edinburgh.

Mein Onkel hatte schon auf der Hinfahrt einen Pub bemerkt, über welchen er im Reiseführer gelesen hatte, dass er auf jeden Fall einen Besuch wert ist. ("The Canny Man's")
Also nix wie rein da…bei dem endlosen Regen endlich ein Dach über dem Kopf.


Neben uns saß ein Schotte, der uns erklärte, dass "The Canny Man's" der beste Pub in Schottland ist und einer der besten 5 von ganz Großbritannien. Schön anzusehen war er auf jeden Fall und das Bier hat auch geschmeckt. Bei unserem Test hat er also auch eindeutig 5 von 5 Sternen ;-) Das besondere waren die ganzen alten Gegenstände, die an der Decke hingen. Sie wurden seit der Eröffnung 1860 gesammelt und im Pub angebracht. Es war sehr gemütlich und interessant anzusehen, weil man in jeder Ecke etwas Neues entdeckte. 



Am Abend gingen wir dann Fish&Chips essen. Meine Tante traute sich sogar an Haggis...ich habe auch eine Messerspitze voll probiert. Naja, mein Lieblingsessen wird es wohl nicht werden ;-)
 

Montag, 9. Juli 2012

Sa, 09.06.-Do, 14.06.


Das Wochenende verbrachte ich also wieder in meinem Zimmer. Aber diesmal verpasste ich auch nicht so viel, weil das Wetter mal wieder (immer noch) schlecht war. 

Die Schmerzen waren immer noch schlimm, aber ich versuchte auf die Schmerztabletten soweit es ging zu verzichten. Man kann sich ja nicht so zu dröhnen. Leider hatten die Antibiotika diesmal die Nebenwirkung starke Kopfschmerzen hervorzurufen. :-( 

So verbrachte ich die Zeit in meinem Bettchen mit Lesen und Filme schauen.

Meine Vermieterin hat mir an dem Wochenende eine Wärmflasche besorgt. Die tat echt gut :-) Die Wärmflasche ist sogar aus Deutschland und TÜV geprüft :-D Da musste ich wenigstens keine Angst haben in einem nassen Bett aufzuwachen ;-)

Am Montag bin ich dann gleich am Morgen zum Arzt auf dem Campus. Die Schmerzen waren etwas weniger und ich hatte das Gefühl, dass sie weiter runter gewandert sind.  Diesmal war ich bei einem männlichen Arzt. Scheinbar waren die anderen beiden Frauen, bei denen ich schon wegen der anderen Sache war, nicht im Dienst.

 Er erzählte mir, was die Laborwerte ergeben hatten und bat mich noch mal um einen Urintest. Er meinte, es deutet alles auf einen Nierenentzündung und einen Nierenstein hin, so wie ich mir das auch schon gedacht hatte. Er machte wieder einen Schnelltest und er meinte, dass die Werte schon um einiges besser aussehen, als die vom Labor. Also scheinen die Antibiotika zu wirken. Da er aber wegen des Nierensteins ganz sicher gehen wollte, machte er bei einem Krankenhaus in Edinburgh einen Termin zur Computertomografie. Bis man dann da allerdings wirklich einen Termin bekommt, dauert es mind. 2 Wochen. Ich sollte also in den nächsten Tagen Post vom Krankenhaus bekommen.

Danach ging ich zurück nach Hause, da meine Kopfschmerzen wieder unerträglich wurden und die Schmerzen in der Nierengegend auch nicht weg waren. Also hieß es wieder, Abwarten und Tee trinken ;-) …Was ich auch tat…ich hatte die letzten Tage mind. 3 Liter pro Tag getrunken. Ganz vorbildlich :-)

Am nächsten Tag hatte ich nur noch am Morgen leichte Schmerzen und dann wurde es endlich besser :-) JUHU :-) 

Ich ging also gleich wieder auf Arbeit, da die Schottin nicht alleine im Labor arbeiten sollte. Das war auch echt besser so…ich hätte nie gedacht, dass eine Elektrotechnikerin einer Biologin erklären muss, wie man sich in einem Labor zu verhalten hat und sie immer darauf hinweisen muss, dass man nicht alles ohne Handschuhe anfasst und dass sie genau darauf achten muss, dass keine DNA an unsere Arbeitsfläche kommt und falls doch, mit einem DNA-Vernichtungsspray alles gereinigt werden muss…
Wir können uns nun mal keine Kontaminationen in unseren Proben erlauben und da muss man sich eben an ein paar Grundregeln halten. Ich verbrachte also die meiste Zeit damit hinter der Schottin aufzuräumen und zu desinfizieren und ihr genaue Anweisungen zu geben, was sie zu machen hat. (Sie hatte nämlich schon wieder alles vergessen, was uns Maiwenn beigebracht hatte…)

Am Mittwoch dann genau das Gleiche. Nur leider kamen die Blutproben nicht so wie erwartet. Also „bastelten“ wir ein bisschen an dem PCRmix herum.

Zum Glück hatte ich am Mittwoch keine Schmerzen mehr. Schon komisch...so plötzlich wie es in der letzten Woche angefangen hatte, hörte es jetzt wieder auf. Aber ich war erleichtert! :-)

Am Abend sollte dann die Olympische Fackel in Edinburgh ankommen. Davon wusste ich bis zum Tag vorher gar nichts, da ich ja kein Fernseher habe und auch zu selten Radio höre. Ich wollte sie unbedingt sehen und so blieb ich nach der Arbeit gleich in der Stadt.



Ich hörte Musik vom Schloss kommen und machte mich auf den Weg dorthin. Die Royal Mile war schon mit einer dichten Menschenmenge gefüllt und nur ein paar Meter Straße wurden für den Fackelzug abgesperrt.



Ins Schloss kam man nur mit einem Ticket, weil dort noch ein Konzert stattfand. Also suchte ich mir einen Platz in der Menschenmenge, natürlich so gewählt, dass ich auch was von der Straße sah, um die Fackel nicht zu verpassen ;-) Und nach einer ganzen Weile, war es dann endlich so weit :-)


Der Mann verschwand dann aber ganz schnell, weil er zu einem Fernsehinterview sollte. Und kurze Zeit später hatte er sich in eine Frau verwandelt ;-)



Hihi, da habe ich sogar gleich 2 Fackelläufer gesehen :-)

Danach wollte ich mich mit einigen Freunden zum Fussball gucken treffen. Heute spielte ja Deutschland und das durfte man ja nicht verpassen :-)

Auf dem Weg zum Treffpunkt kam ich auch noch in den Genuss, die Olympiafackel zu halten ;-)


Dann ging es aber endlich zum Fussball. Ich war schon spät dran, aber in den ersten Minuten hatte ich noch nichts verpasst.


Auf einem großen Bildschirm wurde das Spiel: Deutschland gegen Niederlande, übertragen. Zum Glück war das Wetter besser als die letzten Tage, da wir draußen saßen.

Ich befürchtete ja, dass Deutschland verliert, weil ich zum Public-Viewing bin und das die letzten Jahre immer Unglück brachte. Aber der Fluch wurde gebrochen :-) Auf den Sieg hab ich dann erst mal mit einer schönen Cola angestoßen ;-) Ich musste ja immerhin noch meine Antibiotika nehmen...also keine Experimente.
Und dann ging es auch wieder schnell nach Hause, damt ich nicht noch einen Rückfall bekam.

Am Donnerstag arbeitete ich wieder im Krankenhaus. Und da wieder keine Blutprobe da war, konnten wir die Mittagspause zu einem kleinen Spaziergang nutzen. Wir waren wieder an der Burg, an der ich auch schon ein paar Wochen vorher mit Maiwenn war. Man musste ja mal die seltenen Sonnenstrahlen nutzen :-)


Und so ging auch der Donnerstag zu Ende und ich freute mich schon wahnsinnig auf Freitag, denn da sollte ich endlich Besuch aus der Heimat bekommen :-)