Und schon war wieder Sonntag.
Heute gab es erst einmal eine schöne große Pizza von „Pizza Express“. :-) In der kostenlosen Buszeitung war diese Woche nämlich ein Gutschein drin, mit dem man 25% spart. Frauke und ich fuhren in die Stadt und entschieden uns für das Lokal an der Nordbridge. Wir bestellten uns beide eine scharfe Americano-Pizza. Leider dauerte die Zubereitung wahnsinnig lange und wir verhungerten schon fast... Aber dann wurde unser Warten belohnt...mmmmhhhh lecker Pizza :-)
Von der Pizza gestärkt machten wir uns dann auf den Weg in den “Royal Botanic Garden“ von Edinburgh. Vor einiger Zeit war ich ja schon in „Benmore“, einem der 4 Botanischen Gärten Schottlands), heute war Nummer 2 an der Reihe.
Der Eintritt in den
Garten ist kostenlos. Nur für die großen Gewächshäuser muss man Eintritt
bezahlen. Frauke war schon einmal in den Gewächshäusern und erzählte mir, dass
es dort viele Arten von Palmen, Kakteen usw. gibt und dass man sehr viel Zeit
braucht. Uns so entschieden wir uns, „nur“ den Garten anzuschauen.
Der Botanische Garten ist
ziemlich groß und wunderschön. Er unterscheidet sich total von dem Garten in
Benmore. Dort kam man sich vor wie in einem Wald, hier war es eher wie ein großer
Park mit vereinzelten Bäumen, Beeten, Teichen...also irgendwie so, wie man sich
einen Botanischen Garten vorstellt.
| Wer lässt denn bei so einem tollen Garten den Kopf hängen?! ;-) |
Zu Beginn unserer
Entdeckungstour durch den Garten kamen wir an einem Teich vorbei. Viele kleine
Kinder tummelten sich dort und wir mussten natürlich herausfinden, warum sie
alle so aufgeregt am Rande des Wassers standen. Und was sahen wir...eine kleine
Entenfamilie :-)
Da Frauke eine absolute
Entenfanatikerin ist, hatte ich große Probleme, sie von dem Teich
wegzubekommen. Ich wollte vor Sonnenuntergang ja auch noch den Rest des Gartens
sehen ;-)
Nach kurzer Zeit erreicht
wir dann das "Victorian Temperate Palm House". Ein wunderschönes Gebäude...sieht gar nicht wie
ein Palmenhaus aus. Wenn ich noch einmal in den Botanischen Garten gehe, werde
ich mir sicher die Gewächshäuser mal von Innen anschauen, wenn sie schon von
außen so toll aussehen.
| Victorian Temperate Palm House |
Dann kamen wir zu „The
Herbaceous Border“...eine 165m lange Hecke. Sie ist über 100 Jahre alt und
besteht aus mehr als 150 einzelnen Bäumen.
Wenn man durch diese
wahnsinnig hohe Hecke geht, gelangt man zum „Queen Mother's Memorial Garden“. Dieser wurde 2006 von der Queen eröffnet. Das
Zentrum des Gartens bildet ein „Labyrinth“, welches aus kleinen Büschen
besteht. Diese sollen im Herbst auch gelb blühen (das werde ich wohl nicht mehr
sehen).
Die Ecken des Gartens sind in 4 geografische verschiedene Gebiete
unterteilt: Asien, Europa, Nordamerika und die Südhalbkugel. Der markante
Punkt jeder Ecke ist ein Baum aus dem jeweiligen Teil der Welt.
Es befindet sich auch ein
kleines Steinhäuschen am Kopf des Gartens. Von außen gar nicht so spektakulär,
erstaunt es einen doch von innen. Die Wände sind komplett mit Muscheln
verkleidet und die Decke mit Tannenzapfen. Sehr beeindruckend...
Weiter entlang nach Richtung Westen erreicht man
dann „The John Hope Gateway“. Das ist
ein Informationszentrum für die ganze Familie. Im Erdgeschoss des Gebäudes
befindet sich eine Ausstellung zu allen möglichen Themen der Natur, auch
spielerisch für die Kleinen dargestellt. Im oberen Teil befindet sich ein
kleines Restaurant mit einer großen Terrasse, auf der sich eine Bilderausstellung
befand. Da es gerade anfing zu regnen, suchten wir uns einen Unterschlupf in
diesem Gebäude.
| Zu schön um wahr zu sein ;-) |
Auf einmal sah ich eine
Eiswaffel meinen Weg kreuzen. Eine Eiswaffel??? Die Eiswaffel erschreckte sich
bei meinem Anblick und huschte schnell unter ein Gebüsch. Das hielt mich aber
nicht davon ab, die ganze Sache näher zu erkunden...und was sah ich...eine
kleine süße Maus, die den Fang ihres Lebens gemacht hatte :-)
Hier noch ein paar
Eindrücke von den tollen Blumen:
Dann fing es wieder an zu
Regnen und so suchten wir uns diesmal einen Unterschlupf unter den Pflanzen...
Erst später am Abend kam zwischen den dunklen Wolken ein bisschen die Sonne durch und präsentierte mir vor meinem Fenster einen wunderschönen Regenbogen :-)
Am
Montag war dann seit langem mal wieder ein richtig schöner sonniger Tag. Da man
auf Arbeit aber nicht so viel davon hat, schlug ich Frauke und Alexander (ein
Student aus Frankreich, seit.7.7. bei uns eingezogen) nach dem Abendessen vor,
noch eine Runde durch die Pentland-Hills zu laufen. Beide stimmten zu, was sie
wahrscheinlich schon nach kurzer Zeit ein bisschen bereuten ;-)
Ich
führte die Beiden die gleiche Strecke entlang, die ich am April ausprobiert
hatte. Aber in den ganzen Monaten, hatte sich der Weg sehr verändert...total
zugewachsen...aber da ich keinen besseren Weg wusste und wir schon eine gewisse
Strecke zurückgelegt hatten, kämpften wir uns bis zum Ende durch das hüfthohe Gestrüpp.
Irgendwie hatte man bei der Sonne auch ganz vergessen,
dass es die letzten Wochen fast nur geregnet hatte und damit der Untergrund
ziemlich Matschich war...meine rot-weißen Schuhe waren da ganz sicher nicht die
beste Wahl.
Auf der gewünschten Höhe angekommen, nahmen wir einen weniger
bewachsenen, aber dafür noch schlammigeren Weg. Langsam wurde die Tour zu einem
richtigen Abenteuer...und ich bekam einen Lachkrampf nach dem anderen...es war
einfach zu lustig, wie wir uns auf eine schöne gemütliche Abendwanderung eingestellt
hatten und dann in einem Kampf gegen die Pfützen und Schlammlöcher verwickelt
waren.
Irgendwann erreichten wir dann die freilaufenden Schafe, bei denen ich
im April gestoppt hatte und den Weg wieder zurückgegangen bin. Ich konnte den Beiden
aber nicht noch mal den gleichen Weg zumuten, also versuchte ich ganz
optimistisch zu klingen und die Beiden von einem anderen Weg zu überzeugen. Da
ich den Weg aber noch nie gegangen bin, war es auch ein bisschen mit Glück
verbunden, dass wir wirklich am Ziel ankommen. ;-)
Noch
einmal kamen wir an einen Wegabschnitt vorbei, an dem der Schlamm die gesamte
Breite des Weges einnahm. Alexander entschied über das Feld zu laufen. Ich tat
das Gleiche. Hätte ich es mal lieber nicht gemacht...das Gras auf dem Feld hat
nur getarnt...der Schlamm war der Gleiche und dann kamen noch unzählige Kuhfladen
dazu... Also spielten wir jetzt, wer erreicht das Ziel, ohne im Schlamm zu
versinken und ohne in Kuhfladen zu treten. Alexander hatte verloren ...wieder
ein Grund für einen Lachanfall...sein Fuß und sein Bein war bis zur halben Wade
mit Kuhmist verziert ;-)
Frauke
wählte den Weg direkt durch den Schlamm und hatte mehr Glück. Meine Schuhe
waren durch den Matsch auch nicht mehr richtig rot und Innen auch nicht mehr
richtig trocken... Aber ich fand es trotzdem lustig. Die Anderen schienen auch
nicht so schlimm betroffen zu sein, selbst Alexander konnte noch Lachen.
Irgendwann
erreichten wir dann eine Straße...juhu, endlich festen Boden unter den Füssen.
Und auch unsere Richtung stimmte, also schien einer Rückkehr zur Unterkunft nichts
im Wege zu stehen.
Unterwegs
konnten wir noch den schönen Sonnenuntergang genießen :-) Traumhaft...dafür hat
sich die ganze Aufregung doch wirklich gelohnt ;-)
Kurz
vor unserem Ziel kamen wir dann an einer Tankstelle vorbei...Zeit zum Schuhe putzen
;-) Es gab sogar Wasser, was man ohne Bezahlung nutzen konnte und so konnten
wir den gröbsten Dreck entfernen. Wenn ich nicht so an meinen Schuhen hängen würde,
hätte ich sie am liebsten weggeschmissen, weil ich nicht wusste, wie ich im
Gegensatz zu den weisen Gummistellen der Schuhe, den Schlamm aus dem roten
Stoff je wieder entfernen sollte.
Irgendwann
kurz nach 22 Uhr kamen wir dann zuhause an. Ja, die Wanderung dauerte länger ,
verursachte dreckigere Schuhe, aber war trotzdem genau so schön wie ich sie mir
vorgestellt hatte :-)
Die
restliche Woche war dann nicht weiter spannend...Arbeiten, Sport, Kräfte
sammeln für das nächste Wochenende...das übliche eben ;-)
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